Jetzt gehts los – per Anhalter durch Europa!

Fast alles ist vorbereitet. Jede Zelle meines Körpers pulsiert vor Lebensfreude. Ich werde per Anhalter auf Europareise gehen! Wunderbare und inspirierende Begegnungen und Gespräche prägten meine letzten Tage der Vorbereitung – alle wirklich wertvoll. Noch einen herzöffnenden Reisesegen meiner Onkels in Empfang nehmen, den letzten Geburtstag einer guten Freundin mitnehmen und die letzten Sachen in den Rucksack packen! Die letzte Nacht bei meiner Freundin verbracht… Nun kann es los gehen! Doch warum macht sich ein junger Mann wie ich auf eine solche Reise?

Vor ungefähr einem Jahr fing diese Idee ganz langsam an, in mir zu keimen. Ich wollte mein Pflichtpraktikum für mein Grundstudium der Landschaftsökologie im Global Ecology Institute des Friedensforschungsdorfes Tamera in Portugal machen. Doch sollte dies aus vielerlei Gründen nicht funktionieren. Ein einwöchiger Vorkurs für Praktikanten zum Kennen lernen und ein Mindestaufenthalt von drei Monaten wäre nötig gewesen. Das konnte ich nicht einrichten. Der Jammerlappen in mir fing schon wieder an daran rumzumäkeln, bis mir die Idee kam, nach meinem Studium einfach nach Tamera zu trampen. Diese Idee ruhte dann vor sich hin.

Turbulenter Sommer

Nach einem Sommer, in dem ich fast meinen Kopf verlor geprägt vom Kennen Lernen meiner Freundin, mit einigen Höhen und Tiefen, die mensch dabei so durchleben kann. Wir haben viel voneinander gelernt in dieser Zeit und sie ist sicherlich ein wichtiger Grund, warum ich mir zutraue, diese Reise zu machen. Ich liebe sie dafür, dass wir gemeinsam durch so manchen Lernprozess gegeangen sind. Zudem kam noch die Uni, mit viel zu vielen Modulen, die ich mir vornahm, drei Mal die Woche Arbeit bei den Skulptur-Projekten und noch eigenes sonstiges privates Hin und Her.

Kurz bevor es dann für meine Freundin und mich in den heiß verdienten Bulgarien Urlaub ging, erhielt ich die Nachricht vom Unfalltod meines sehr guten Schulfreundes Florian, mit dem ich allerdings die letzten zwei Jahre nicht mehr viel Konakt hatte. Doch erinnerte ich mich an alles, was wir erlebt hatten. Es löste vieles bei mir und in meinem alten Schulfreundeskreis aus. Bei Trauerbier gepaart mit einer Trauerzigarette wurde mir gewahr, dass dies niemandem etwas bringt – schon garnicht Florian! Also schmiss ich diese auf den Boden und erkannte in diesem Moment endgültig, wie wichtig es ist seinem Herzen zu folgen. Ich muss meinem Herzen folgen, ich soll aufhören rumzulabern und einfach machen. Das war eines der vielen Dinge, die Florians unerwarteter Tod mich lehrte.

Anfang November letzten Jahres kam mir dann der innere Impuls, während der Entspannung in einer Kundalini-Yoga-Übungsreihe. Verbiegen fürs Studium, das gescheiterte Tamera-Praktikum, dieser anstrengende Sommer, Florians Tod…ich muss einfach wieder raus hier! Ich werde per Anhalter auf Rucksackreise durch Europa gehen – so wahr mir Gott helfe!

Gehe deinen Weg

Über die letzten fünf Monate habe ich alles in die Wege geleitet, um diese Europatour diesen Sommer zu ermöglichen – und siehe da: Wo ein Wille, da ein Weg.

Ich schaffte es, meine Wohnung für die Zeit zwischenzuvermieten. Ich schaffte es, genug Geld in dem begrenzten Zeitraum, der mir neben dem Unikram blieb, zu verdienen. Dafür habe ich nebenbei bemerkt in einer echt anstrengenden Malocherarbeit, wo wir Tennisplätze für die kommende Saison vorbereitet haben, geschuftet – ohne den Antrieb diese Reise damit machen zu können, hätte ich das sicherlich nicht gemacht. Alles andere, was ich mir noch vornahm habe ich erledigen können, an alles ist gedacht (selbst ein Testament habe ich aufgesetzt – wer weiß?!). Es ist ein so entspannendes Gefühl dadurch mehr im Fluss des Lebens zu leben, dort hinein zu vertrauen: Alles ist da, du musst dich trauen das zu sehen und wahr zu nehmen. Deine Chancen zu nutzen. Deine Wünsche und Ziele klar aussprechen. Diese visualisieren, als ob sie bereits Realität seien und dem ganzen trotzdem Zeit geben.

Natürlich bleiben Zweifel nicht ohne weiteres auf der Spur, doch bin ich wirklich dankbar für alles, wie es bisher in den Vorbereitungen lief!

Was treibt mich an?

Ohne Routine (die ich bereits im „normalen Leben“ kaum habe) bist du mehr dort wo du bist. Hier und jetzt. Das ist Grundlage um zu Inspirieren und Inspiration erhalten. Reisen (nicht Pauschalurlaub!) sind ideal um an diesem Bewusstsein für den Moment, für dieses tolle Geschenk des Daseins zu arbeiten.

Mein normaler vermeintlicher „Alltag“ ist schon weniger routiniert, als der der meisten anderen Menschen. Trotzdem ist der Sprung zum Rucksackreisen per Anhalter gigantisch: Raus aus dem „Alltagsbewusstsein“, raus aus der Problemfixiertheit, die sich doch immer wieder einschleicht. Rein ins Jetzt.

Ich möchte senden und empfangen. Wir leben nicht nur für uns. Ich reise nicht nur um wertvolle Erfahrungen zu machen. Um meinem Innern näher zu kommen. Dort wo ich sein werde, packe ich gerne mit an, unterstütze setze gerne Impulse. Mir ist es ein innigstes Anliegen, ein neues Bewusstsein für unser Dasein hier auf Erden, für das Menschsein zu geben. Zum Erkennen unserer jetzigen Miseren und zum Ändern eben dieser beizutragen. Das treibt mich enorm an.

Diesen wunderschönenen Kontinent, den wir Europäer hier hüten dürfen möchte ich in seiner vielfältigen Landschaft mehr kennen lernen. Von mitteleuropäischen Wäldern, über alpine Strecken bis hin zu trockenen Regionen. All das möchte ich bewusst mitnehmen, darin verweilen und Kraft schöpfen.

Kaum woanders in der Welt leben so viele unterschiedliche Völker auf so „engem Raum“. Diese enterschiedlichen Kulturen möchte ich gerne kennen lernen. Was macht sie aus, was macht sie zu dem, was sie sind. Der echte Kontakt zu den Menschen, fern ab von Tourizentren wird dahingehend bestimmt einige Anregungen für mich bereit halten.

Was ich insbesondere suche, sind alternative Gemeinschaften und/oder minimalistische Lebensmodelle die echte Nachhaltigkeit leben und ein neues Wir ausprobieren. Insgeheim suche ich auch nach Inspiration für Orte und Arten, wo/wie meine Freundin und ich unsere Zukunft verbringen können.

Als feste Ziele stehen anfängliche Besuche bei Freigeistern aus Deutschland (bzw. deutsch-schweizerische Grenze). Etwa in drei Wochen möchte ich in Bulgarien sein, wo ich mehr Zeit mit meiner Freundin verbringen werde. Ohne genaue Zeitwunschvorstellung möchte ich noch in genau jenes Friedensforschungsdorf Tamera nach Portugal trampen, welches indirekt der Auslöser für diese Tour war.

Abenteuergeist

Wer leben möchte, der hat immer die Wahl. Im Hier und Jetzt. Folgst du deiner innersten Stimme, die dich leitet, oder unterdrückst du sie weiter? Ich kenne beide Seiten. Und ich entscheide mich immer weiter für das Leben. Diesen Sommer wird es durch meinen Abenteuergeist bestimmt sein. Welch Freude durchzuckt mein Gemüt! Es ist alles vorbereitet, packen wirs!

Die Mysterien und Rätsel des Daseins werden mich auch begleiten – was mag diese Reise wohl für Antworten auf so manch eine tiefgehende Frage bereit haben?

Wenn ihr noch Tips und Hinweise habt, wo ich in Bulgarien oder Portugal unbedingt vorbeischauen sollte (oder auf den Strecken dazwischen), schreibts mir gerne. Ich bin für jede Anregung dankbar!

Frieden sei mit euch!

4 Kommentare zu „Jetzt gehts los – per Anhalter durch Europa!“

  1. Jo Björn, gute Reise. Gute Idee, kann ich nur jedem raten sich mal ne Weile von allem los zu machen und zu sehn, wohin es einen verschlägt. Hilft, den Alltagstrott zu relativieren und neue Blickwinkel zu schaffen, von diesen Erfahrungen zehrt man das ganze Leben. Lass es dir gutgehen! Gruß Max

    1. Danke Max! Ist auch jetzt schon sehr aufregend, bin gespannt was mich erwartet auf dieser Reise. Frieden sei mit dir 🙂

    1. Hey Sascha,
      toll, dass du dich meldest und danke für diesen hervorragenden Tip für Portugal. Die Freunde dort würde ich gerne besuchen und dort mithelfen! Zudir möchte ich auch gerne kommen und schätze, dass ich es etwa Mitte Juni schaffen möchte. Wollte mich ohnehin bei dir melden, schön, dass du mir zuvorgekommen bist.

      Frieden sei mit dir
      Björn

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