Oft hört es sich so oberflächlich an, das Sprechen von Frau und Mann

in unserer Gesellschaft. Wir machen, kaufen, produzieren Sachen –

doch was geht dabei verloren? Das Glück wird doch jeden Moment geboren!

Kaum Persönlichkeit, teils um keinen Preis.

 

Dabei fühle ich so viel Herz,

wenn wir es denn nur zeigten.

Das zeigt noch mehr Schmerz,

in dem wir dann verweilten.

 

Silent Line Erlebnis

Kurz vor den Tränen stand ich. Kurz davor einfach mein Plakat erzürnt auf den Boden zu schmeißen und meiner angestauten inneren Trauer in Form eines Wutausbruchs Platz zu geben…ja freilich, so etwas in der Öffentlichkeit zu reißen, da muss schon einiges geschehen. An diesem Tage blieb es erspart, denn die Wut schwappte nicht über.

Dieses einiges geschieht. Tag für Tag. Tendenz eher zunehmend als abnehmend. Traurig aber wahr. Und änderbar!

Eines dieses einiges ist die Massentierhaltung & Schlachtung und der achtlose, billige Verkauf dieses heiligen Nahrungsmittels (Fleisch von vor kurzem noch pulsierenden, lebenden Tieren) fürn Appel und n Ei. Es gibt die Albert Schweitzer Stiftung, die sich für eine konsequente vegane Ernährung in unserer Gesellschaft einsetzt. Das geht mir dann auch wieder etwas zu weit, aber im großen und ganzen kann ich das unterstützen. Vor allem die Forderungen gegen die Massentierhaltung. So machte ich dort vor mehr als zwei Monaten eine Aktion in der Innenstadt mit – eine Silent Line.

Quelle: https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuelles/aktuelle-beitraege

Während wir dort schweigend standen und 1000nde (größtenteils konsumierende, reizüberflutete) Menschen an uns vorüberschwammen, sah ich noch das ganze Ausmaß unserer heutigen Gleichgültigkeit gegenüber wirklich relevanten Themen. Viele gingen achtlos vorbei ohne sich auch nur zu fragen, was wir da machten, einige waren interessiert und berührt und ein paar wenige Hafensänger ereiferten sich sogar Sprüche wie “Na, dann geh ich mal zu McDonald’s”. Aus diesem Misch-Masch heraus war ich in dem anfänglich beschriebenem Gemütszustand geraten.

Später sah ich dann mehr und mehr, wie gefangen die meisten von uns einfach oft sind. Vielleicht ist es keine Gleichgültigkeit sondern Reizüberflutung – durch Bildschirme, Werbung, Brutalität & Obszönität und Gelaber. Freilich können wir bei einem Bummel durch die Innenstadt nicht jedem Impuls folgen, nicht allem Aufmerksamkeit schenken. Ich mache hier viel mehr auf die Abgestumpftheit im Allgemeinen aufmerksam! Wie sehr wir uns den Ursachen von Gleichgültigkeit und Abgestumpftheit aussetzen, bestimmen wir zum großen Teil selber. Diese Worte sind bitte nicht (!) als einseitige Schuldzuweisung aufzufassen. Ich kenne den Schmerz des Ochsen vor dem Berge (an Herausforderungen) nur zu gut. Doch rede ich darüber und werf et nicht hinüber.

Gelaber über Sinnbefreites

Quelle: www.pixabay.com

Unser Stimmorgan hat eine Be-Stimm-ung. Es soll Singen, Reimen, Lachen und vom wichtigem im Leben sprechen. Doch so oft wird gesprochen um des Sprechen und Ablenken willens…

Was hör ich Tag für Tag. Kaum ernst gemeinter Rat. Floskeln, Fußball, Pornos und das Wetter düstern da im Geist herum. Ich möchte nicht mehr verurteiln, aber früher hätt ich gesagt: So dumm!

Dabei wollen so viele Menschen (oder bild ich mir das ein?) doch über viel wichtigeres ihr Herz ergießen. Ihre Stimmbänder, Zungen und Lippen bewegen, so dass sich Sorgen klären!

Ich mag uns allen zurufen: Ja, traue dich. Es kostet Überwindung, doch heilt es dich. Denn ich selbst habe hier meine Archillesferse, doch sie zu überwinden, lässt mich reimen ganze Verse 🙂

Freilich soll es erlaubt sein, Schnack zu halten, mal die intensiven Dinge auf sich beruhen lassen…doch das ein ganzes Leben, danach möcht ich nimmer streben.

Arroganz & Rechthaberei

[Ja, ich gestehe mir ein. Ein wenig schreibe ich diese Zeilen hier auch an mich selbst!]

Hör doch auf immer Recht haben zu müssen. Wer bringt uns das bei, wer legts uns zu Füßen? Wie wärs mal mit büßen? Ach nein, da würde ein Ego übergangen, eine Befindlichkeit, verzeiht, ihr seid ja so befreit!

Dann diese Häme, dieser Spott, hinauf mit ihm aufs Schafott.

Er hat die Regeln des Materialismus, des Narzissmus, der Selbstsucht missachtet – jetzt wird er geschlachtet!

Denn wer es im größer Maßstab wagt einer so angesehnen Person zu heben von seinem Thron, von seinem hohen Ross, tja der lernt ihn kennen – den arroganten Boss!

So lasst uns zur Vernunft kommen, denn sonst wirds alles so verschwommen, von Meinung, von Pseudorat und Hei – dabei gehn wir doch entzwei!

Lasst uns wieder mehr versuchen zu verstehen und miteinander Wege gehn 🙂

Arroganz und Rechthaberei, eure Zeit ist nun vorbei!

Deine Zeit wird dir gestohlen, wie bei Momo…

Denn gerade durch (anscheinende) Gleichgültigkeit geht uns so viel Schönes durch die Lappen. Gleichzeitig rauben wir uns die Kraft, an einer Änderung dessen was uns abstumpft herbeiführen zu können. Da fällt mir immer (ja ist eventuell etwas um die Ecke gedacht) wieder das Buch “Momo” ein…

Momo ist eines der schönsten und indirekt auch mahnendsten Bücher, die ich je in meinem Leben gelesen habe. Im Groben geht es darum, dass eine Gesellschaft von unsichtbaren grauen Männern dahingehend manipuliert wird, dass sie all ihre Zeit nur noch optimal nutzen wollen. Somit fallen alle (vermeindlichen) Überflüssigkeiten im Tagesablauf weg, denn währenddessen können die Menschen ja arbeiten. Und so setzte sich langsam eine kalte Denkweise durch. Nur Momo, ein Mädchen von der Straße lässt sich davon nicht beirren und geht weiter ihren unbekümmerten (Herzens-)Weg. Sie lässt sich ihre Zeit nicht von diesem grauen, kalten Geist rauben und merkt als eine von wenigen, wie sich die Gesellschaft um sie herum radikal ändert. Der Trick der grauen Herren. Die Menschen haben vergessen, wer ihnen von der Zeitoptimierung erzählte und an wen ihre wegrationierte Zeit am Ende geht – an die Zigarre paffenden grauen Herren!

Und genau das geschieht in unserer Gesellschaft! Auch die dadurch hervorgetane (vermeindliche) Gleichgültigkeit – weshalb ich diesen Artikel schreibe.

Ich sehe es Tag für Tag. Auch an mir selbst. Gerade im Broterwerb lasse ich so manch einen Impuls etwas zu sagen, Rat zu geben oder zu helfen unbeachtet. Ob du nun an Dämonen und graue Männer glaubst, sei jedem überlassen. Ich spüre, wie diese Kraft in unserer Gesellschaft wirkt und so möcht ich steil herausrufen: Lasst uns nicht die wertvolle Lebenszeit stehlen – sondern für die wichtigen Dinge, für unsere Herzensangelegenheiten nutzen.

Hier ein eindrückliches Video zu diesem Thema:

Bitte lasst uns aufrichtig reden und Frieden schließen

Viele Menschen erachten wichtige, kritische und ja dadurch auch manchmal emotional herausfordernde Gespräche oft als alleinige Kritik an sich selbst. Mensch Leute, wenn wir immer alles lediglich auf uns selbst beziehen, kommen wir aus der Kleingeistigkeit dieses zur Armseligkeit verkommenen Bewusstseins nicht heraus. Ma müsse es uns schon mal anhören, wenn jemand etwas zu sagen hat. Genauso dürfen wir dann ja auch wat sagen – also nicht verzagen!

Solange das im Rahmen von gewaltfreier Kommunikation geschieht ist das auch mehr als in Ordnung. Es soll auch gerne lösungsorientiert sein, doch grundsätzlich sollte es ehrlich und echt sein. Dann muss es nicht immer direkt den perfekten Lösungsansatz in sich tragen – manchmal müssen Dinge erst einmal steif heraus um dann geformt zu werden. Doch wenn wir sie nie herauslassen, dann blockieren wir (uns) und das sehe ich tagtäglich. So verkrampft herumzueiern macht garkeine Freude mehr, kenne ich zur Genüge. So rufe ich auf zum ehrlichen Diskurs.

Ja, ich muss einfach noch was zu Christus schreiben, gerade in diesem Kontext. Der hat nicht rumgeflachst oder im Konjunktiv gesprochen. Schon garnicht war ihm die Situation seiner Mitmenschen und der Gesellschaft gleichgültig. Der hat Klartext gesprochen, mit Körper, Geist und Seele. Freilich, ein hoch gestecktes Ideal, doch warum nicht genau davon lernen 🙂

Frieden sei mit dir


1 Kommentar

Raffa · 4. Januar 2019 um 13:57

Ein wissendes und nachfühlendes Schmunzeln, ob deiner Worte, kann ich dir auf diesem Wege zu kommen lassen, werter Björn – und auch den Impuls, gemeinsam aus dieser “Zwickmühle” zu kommen. Schauen wir mal, was uns da noch zu Teil wird.

Ich will dann mal weiter, auf so einem komisch, besonderen Blog ganz langsam die einen oder anderen Buchstaben aufsaugen.

Alees Liebe,
Raffa.

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