Dies ist der Anfang einer vierteiligen Artikelreihe zum freidenkerischen und eigenverantwortlichem Auseinandersetzung mit dem Satz: Es kommt darauf an, was wir daraus machen. Das Thema ist groß und heikel, gerade deshalb interessiert es mich umso mehr und deshalb ist es wichtig darüber zu schreiben: Glauben und Religion. Auch wenn du dich nicht für Religion und Spiritualität interessierst, wird dieser Einstieg einige übertragbare Fragestellungen für dich bereit halten.

In letzter Zeit werde ich oft mit der Diskrepanz zwischen großen Forderungen und eigenem Tun konfrontiert. Nicht nur durch meinen eigenen Spalt in dieser Hinsicht, sondern viel mehr durch Aussagen und Beobachtungen von Freunden, Mitstreitern und „zufälligen“ Begegnungen Tag für Tag. Ich höre von vielen Forderungen, oft sehr abstrakter globaler Natur – häufig Forderungen an die uns umgebende Welt nach Frieden oder dem Ende des menschengemachten Klimawandels. Ich frage mich: Was tun wir und vor allem diejenigen, die diese abstrakten Forderungen stellen, um es in die Tat umzusetzen?
Egal wo wir dahingehend stehen, es sollte uns natürlich nicht daran hindern, unsere Wünsche (öffentlich) Kund zu tun! Egal wem wir dabei folgen, ob unsere Glaubenssätze nun wissenschaftliche, politische oder spirituelle/religiöse Authoritäten mehr Gehör schenken: Es kommt darauf an, was wir (daraus) machen. Und zwar Schritt für Schritt.

Wie nutzen wir unsere Werkzeuge?

Das Messer als Werkzeug ist neutral. Es kommt darauf an, wie es genutzt wird. Nutzt du es, um eine Paprika für ein Ratatouille zu schneiden oder wohl möglich um damit jemanden zu bedrohen? (siehe Titelbild) Ich möchte zum Ausdruck bringen, dass es darauf ankommt, wie wir die Werkzeuge (geistliche, rhetorische oder materielle) nutzen, die uns gegeben sind!

Religion

Da ist uns ein ganz schön hartes Erbe hinterlassen worden. So viele Religionen weltweit, die teilweise steinhart ausgelegt werden. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Steinigungen kommen selbst heute noch offiziell angeordnet vor! Was machen wir nun mit den Religionen?

Wie bei allen Dingen gibt es Harmonie erzeugende Strukturen und Destruktivität erzeugende Strukturen – ein natürlicher Dualismus in unserer Welt (Aufbau/Zersetzung). Bei Religionen sehe ich etwas gemeinschaftsbildendes, etwas, das Zusammenhalt erzeugen kann. Sogar durch die dunkelsten Zeiten hindurch. Der Glaube kann Menschen über sich hinaus wachsen lassen, und unfassbares vollbringen lassen. Freilich, das können nicht religiöse Menschen ebenso, das stellt hier niemand in Abrede.

Genauso kann Religion dogmatisch, spaltend und übergriffig werden. Warum das so ist, möchte ich in diesem Artikel besonders beleuchten. Dabei nehme ich insbesondere die Perspektive gläubiger Christen und deren Betrachtung von außen ein. Ich hoffe, das repräsentiert dieses großes Thema angemessen.

An was glauben Christen?

Quelle: pixabay.com

Eines der Werkzeuge, die in uns schlummern, ist der Glaube. Jeder glaubt an irgendetwas, was unseren Ursprung anbelangt – an den Urknall, an die Schöpfungstheorie nach der Genesis oder an den griechischen Göttermythos, der besagt, Prometheus hätte uns aus Erde geformt – oder irgendetwas dazwischen. Unsere Glaubenssätze formen unser Leben, weshalb sie von elementarer Bedeutung sind!

Die überlieferte Geschichte, samt Glaubenslehre der Christen ist die Bibel. Darüber hinaus gibt es sogenannte apokryphe Schriften, die auch Teile der dargestellten Geschichten der Bibel darstellen oder überlappen, es jedoch nicht in den Kanon der Bibel schafften. Das am häufigsten gedruckte und vervielfältigste Buch der Erde. Als Christ glaubt mensch an die Schöpfungsgeschichte der Genesis und an den Einzug (der Seele) in den Himmel oder die Hölle nach dem Tod. Durch die Taufe (Jesus Christus wurde von Johannes dem Täufer getauft) wird symbolisch die Reinwaschung von Sünden (dessen, was ein Christ als Trennung von Gott bezeichnet) und die Verbundenheit im heiligen Geist, sowie zu Jesus Christus ritualisiert. Zudem sind die 10 Gebote aus dem alten Testament maßgeblicher Regelgeber und die Dreieinigkeit des monotheistischen Gottes – der Vater, der Sohn und der heilige Geist. Monotheismus (Glaube an einen Schöpfergott) und Dreieinigkeit ist bereits ein interessantes Paradoxon, welches früh angefochten wurde…Natürlich ist der konkrete Ausdruck und die Interpretation der jeweiligen Christen und Kirchen, was ich hier verallgemeinert schreibe, sehr unterschiedlich. Anschaulich wird diese Diversität durch die große Anzahl von 42.000 unterschiedlichen Konfessionen weltweit (Stand 2011).

Christen = Bessere Menschen?

Seit der Reise letzten Jahres setze ich mich viel mit dem christlichen Glauben auseinander, wobei sich viele Fragen, Freuden und Enttäuschungen entwickelten. Macht jemanden die Beschäftigung und das Bekenntnis zu Jesus Christus, zu einem frommeren, edlerem Menschen – wie man als Umkehrschluss aus Johannes 14:6 ziehen könnte: „Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht.“

Wie vermessen, wenn die Antwort auf Ja lauten würde. Nach Paulus (der Urheber großer Teile des neuen Testaments) ist alleine der Glaube und die Bitte um Vergebung der Sünden (in diesem Fall durch das Bekenntnis zu Jesus Christus) von entscheidender Bedeutung. Dem stehe ich skeptisch gegenüber. Alleine deswegen schon, weil der Glaube an eine Person (auch wenn Christus der eine Gottessohn gewesen sein soll) einen Umweg zur Quelle darstellt (neben dem Umweg über 1900 Jahre alte Bücher). Nicht so aber die Bewusstwerdung dessen, was Christus dargestellt hat. Darin sehe ich einen fundamental wichtigen Unterschied – den zwischen einem Personenkult und einer Inspiration tiefgründigster Natur, einer Bewusstwerdung!

Sind Christen bereits errettet?

Genauso ließe sich wunderbar sagen, Christen seien bereits errettet, denn Christus war bereits hier. Nun muss nichts mehr getan werden, außer das jüngste Gericht oder die Wiederkehr abzuwarten. Genauso widersprüchlich zu dieser sehr passiven Glaubenshaltung, die auch Paulus durchaus vertritt, steht nur ein paar Briefe später in Jakobus, dass ein Glaube ohne Werke unglaubwürdig sei: „Seid aber Täter des Wortes, und nicht allein Hörer die sich selbst betrügen.“ (Jakobus, 1:22) So wird es also kritisch, sich alleine einer Zugehörigkeit wegen (zum Beispiel zum Christentum) „besser“ oder höher gestellt zu betrachten – ich möchte damit nicht unterstellen, dass Christen das im Allgemeinen tun (!), sie betrachten sich eher als erlöst und gerettet und versuchen ja auch die anderen in dieses Boot zu holen.


Quizfrage: Wenn jemand sich nicht explizit zu Jesus Christus bekennt und auch nicht getauft ist, aber sich an die 10 Gebote hält und von selbst nach den Leitfäden des neuen Testaments lebte – ist dieser jemand auch errettet und erlöst? (natürlich etwas provokant)


Niemand ist ein besserer oder schlechterer Mensch durch ein religiöses oder spirituelles Bekenntnis oder ohne Bekenntnis, wenn ihr mich fragt. Genauso wenig ist irgendein anderer spiritueller oder religiöser Mensch alleine durch Zugehörigkeit zu einem Glaubensbekenntnis oder einer Gemeinde in seiner Fähigkeit als Mensch zu werten. Dies macht sich alleine durch sein gesprochenes Wort und seine gelebte Tat bemerkbar, denke ich.

Wie zeigt man seinen Glauben richtig?

Ich frage mich: Was ist Glaube, theologische Erkenntnis und Gotteserfahrung wert, wenn diese nicht zu einem beständigem Weg aus Lernbereitschaft, Taten der Nächstenliebe, Friedensstiftung oder Aufrichtigkeit führt? Egal, wie „klein“ diese Taten sein mögen. Oder noch tiefgreifender gefragt: Ist eine gute Tat ohne Herz immer noch eine gute Tat? So kann man beispielsweise auch scheinheilig in der Öffentlichkeit Geld für einen Obdachlosen geben, weil man das halt als religiöser Mensch tuen muss.

Was hat diese Welt dadurch gewonnen, dass jemand religiös oder spirituell ist? Erst Mal noch wenig. Denn Information und Worte sind das eine. Gelebte Tat etwas ganz anderes. So geschieht es oft genug (ein Blick in die Geschichte oder den Status Quo genügt), dass religiöse oder spirituelle Menschen hier auf Erden genug Verwirrung, Spaltung und Krieg anrichten – bzw. die andere Seite sich ihrer bemächtigt und als Wolf im Schafspelz daherkam (ob diesem Hintergrund nicht einige Religionen im Allgemeinen zu Grunden liegen könnten wäre an dieser Stelle ein zu großes Fass). Sie können als fordernde Mitglieder in Familien auftreten und mit religiösen Regeln dogmatisch auf ihr Umfeld wirken. Sie können sich konspirieren und Konflikte bis hin zu Terror und Kriege gegen „Ungläubige“ anzetteln. Ist das wirklich Gottes Wille? Wohl kaum. Ist es das was Christus gelehrt hat? (bzw. was offiziell über 2000 Jahre von ihm überliefert wurde).

Genauso können religiös Gläubige sich organisieren und auf ein gewaltfreies Miteinander, Vergebung und Nächstenliebe hinwirken – es selbst praktizieren und somit eine Vorreiterrolle in der Gesellschaft einnehmen. In Familie, Öffentlichkeit und sich selbst. Ob als Christ, Buddhist oder Moslem. Und solche Menschen, wie beispielsweise Bruder Andrew aus den Niederlanden, der Begründer von OpenDoors (einer christl. Organisation, die sich für die Freiheit der christlichen Religionsausübung weltweit einsetzt), zeigen welche Kräfte der Glauben in einem Menschen, der vorher vollkommen abgetrennt von Gott drei Jahre in Indonesien furchtbare Dinge im Krieg tat, auslösen können.

Im Endeffekt zeigt sich der Gläubige aufrecht in einer herzlichen, aber aufrichtigen Art, nicht aufdringlich aber genausowenig zwanghaft opportun. Er zeigt es durch sein Herz!

Blinder Aktivismus – die andere Seite

Im Gegensatz zum „alleinigen Glaubenseifer“ steht ein religiös/spirituell übermotivierter Aktivismus. Wenn man auf einmal glaubt, die Leute mit den Händen heilen zu können, jeden missionieren zu wollen oder prophetisch reden zu müssen, ist man schnell bei blindem Aktivismus angelangt. Dadurch kann man sich und das was man repräsentiert natürlich schnell unglaubwürdig machen – außer du bist überzeugend, durch Herz, nicht durch Angstschürerei.

Es muss schon zu deinem Weg gehören, was du tust. Nur weil andere solcher Dinge befähigt sind (das glaube ich), heißt das nicht, dass du das jetzt auch schon bist oder sein musst. Das merke ich bei den verschiedenen Tätigkeiten meiner selbst eindeutig. Manchmal fluppt es wie von selbst, manchmal will kein Stein auf den anderen passen. So sehen wir, wo unser Weg liegt.

Fanatischer Glaubenseifer und blinder Aktivismus sind ein Gegensatzpaar, dass viel Kraft kostet und wenige annehmbare Ergebnisse liefert.

Gnade und Arbeit demhingegen wäre ein harmonischer Raum für Gegensätze. Du siehst, dass dein Leben geschenkt ist (Glaube, Gnade) und gehst deinen Weg darin (Arbeit). (Inspiriert aus „Der Klang“ von Martin Schleske)

Absolutheitsansprüche bringen Spaltung

Voran zu stellen ist hier. Die heiligen Schriften werden immer als von Gott geschrieben dargestellt – nicht vom Menschen. Dass dies Unsinn ist, zeigt sich in der Tatsache, dass Menschen/Propheten die Texte verfasst haben. Natürlich kann ein Mensch Eingebungen haben (die rein sind, also in meinem Sprachgebrauch „von Gott kommen“), doch woher wollen wir wissen, dass dem vor Jahrtausenden bei Verfassung der Texte wirklich so war? Dieses Dogma lässt nach wie vor viele Menschen weltweit nur in einem bestimmtem vorgegebenen Rahmen denken.

Hier kommt eine weitere entscheidende Krux ins Spiel. Der Absolutheitsanspruch der Religionen. Es wird nicht als private Angelegenheit kommuniziert, sondern es sollen „alle Völker zu Jüngern“ gemacht werden. Das ist ein Pulverfass, denn es setzt unter Druck und gibt Herrschern Rechtfertigungen für üble Taten. Es hakt z.B. an der Stelle, wo zwei oder mehr solcher absoluter Vorstellungen aufeinandertreffen (z.B. Christ auf Moslem). Doch genauso können wir aus dem Beispiel des Kommunismus lernen. China ist ein krasses aktuelles Beispiel! Dort werden Christen und andere Religionen und Minderheiten (Uiguren, Kasachen, Tibeter…) verfolgt und dürfen nicht ihre Religion/Kultur frei ausüben! Denn die totale Unterdrückung von Religion ist wieder ein extremer Pfad, der gegen die Freiheit der Menschheit gerichtet ist.

So steht zum Beispiel in Johannes 3:18: „Wer an ihn (Jesus Christus) glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“ Laut Bibel ist also lediglich durch Bekenntnis und Glauben an Jesus Christus als Mittler zwischen dir und Gott Erlösung und das Ticket in das Himmelsreich zu sichern – wenn man die Bibel wortwörtlich nimmt. Ich persönlich gehe davon aus, dass es nicht nur um einen Menschen geht (um den Sohn Gottes), sondern um ein Bewusstsein. Und demnach wäre der Satz schon ganz anders zu werten und könnte in jedem Glauben eingesetzt werden. Es geht darum etwas im tiefsten Innern zu begreifen, inspiriert zu sein und das Geschenk des Lebens anzunehmen – durch dick und dünn.

„Was hier gefunden werden kann, kann überall gefunden werden. Was hier nicht gefunden werden kann, kann nirgends gefunden werden.“

Bhagavad Gita

Das Zitat eines der 700 Doppelverse aus der Bhagavad Gita (Teil der Mahabharata und somit der hinduistischen Religion und Philosophie) zeugt von einer sanfteren Absolutheit, als die christlichen. Sie besagt, alles zu besitzen, schließt jedoch nicht aus, es woanders finden zu können.

Absolutheiten, die zu Spaltung genutzt werden (können), wage ich stark zu hinterfragen. Mal rational betrachtet. Wem nützt es, dass Menschen in diesen Absolutheiten denken. Jeder, der sich nicht explizit zu Jesus Christus bekennt, soll bereits gerichtet sein? Dann sieht es um schätzungsweise 5,5 Milliarden Erdenmenschen aber ziemlich düster aus. Und was heißt gerichtet sein genau? In die Hölle kommen? Ähnliche Ansichten gibt es sicherlich auch in den anderen Weltreligionen (belehrt mich eines besseren, falls ich falsch liege). Genauso frage ich mich, was bekennen bedeuten soll? Ich kann ein oberflächliches Bekenntnis abgeben, dass aber nicht aus einem tieferen Glauben heraus resultiert. Ihr merkt spätestens hier, es gibt so viel Auslegung und Deutungsmöglichkeiten, dass diese Thematik einfach äußerst schwierig ist.

So frage ich mich, ob solche Absolutheitsansprüche nicht bewusst so ausformuliert wurden, um Menschen über die Angst in eine religiöse Gemeinschaft zu bekommen/zwingen – nicht über den Wunsch nach Gottverbundenheit, Gemeinschaft und Tugenden wie Vergebung. Über Absolutheitsansprüche werden ebenso schlimme Taten gerechtfertigt…im Namen des (welchen?) Herrn…

Kleiner Exkurs: Öko Dschihad

Die Urheberin Ursula Kowanda-Yassin des Begriffes „Öko Dschihad“ zeigt auf, dass Muslim sein auch ein nachhaltiges und ökologisches Bewusstsein und Handeln in sich tragen sollte. So verhält es sich zum Beispiel mit dem Prinzip des Amanah. Es besagt, dass die Erde den Menschen zum hüten gegeben wurde. Sie sollen diese so hinterlassen, wie sie sie vorgefunden wurde. Um ehrlich zu sein: Das war mir nicht bekannt, dass solche Prinzipien im Islam eigentlich eine Rolle spielen! Und ich befürchte, den meisten Muslimen ist es das ebenso wenig…

Was machen wir daraus?

Dieser Abschnitt könnte noch sehr lang werden, doch möchte ich es bei diesen Gedankenimpulsen zum Thema Religionen und Spiritualität belassen. Ich frage mich: Was bringt ein religiöser Glaube, insbesondere der Glaube an Jesus Christus, wenn er nicht zu konkreten Gedanken, Worten und Taten (christlicher) Tugenden führt? Ist es ausreichend auf das Reich Gottes, das Himmelsreich zu warten, in der Hoffnung, dass sich dieses allein durch passive Frömmigkeit offenbart (vielleicht erst nach dem Tot)? Möglich. Missversteht mich nicht bezüglich der Frömmigkeit: Ich heiße diese Tugend wirklich gut, denn sie hat etwas dienbares, gastfreundschaftliches und demütiges. Doch es kommt drauf an, wem wir gegenüber fromm sind. Wenn diese Frömmigkeit zersetzenden Strukturen entgegengebracht werden soll, mit der Begründung „rechte Wange, linke Wange“ oder „gebt dem Kaiser was des Kaisers ist„, dann wird es schwierig für mich. Auch wenn ich sehe, dass mein Blickwinkel mikrig ist und Gottes Wege unbegreiflich sind…Ich glaube auch, dass der wichtigere Teil des Lebens nach dem irdischen Tod des Körpers weiter geht, doch sich deshalb in dieser irdischen Ebene geißeln lassen, ist doch ebenso ein Widerspruch. Dass das gerade auf diesem Planeten der Fall ist, ist davon unberührt – es geht um den Umgang damit und ob wir das mit uns machen lassen. Es bleibt dann einfach individuell einzuschätzen, ob wir uns (aktuelle Beispiele) Artikel 11 & 13 des neuen EU-Urheberrechts, 5G oder den 18 neu angedachten Pestiziden „frömmig“ (oder wie die Schafe im Sinne von „na und?“) unterwerfen oder zu Recht dagegen aufbegehren und zeigen, dass wir das nicht wollen. Wenn ihr mich fragt, könnten wir Gottes Reich nämlich bereits auf Erden haben und warum nicht mit unseren Möglichkeiten dafür einsetzen? Diese Möglichkeiten heißen lokale Lösungen alias Permakultur, Regionalwirtschaft, Nachbarschaftshilfe, uvm.!

Wer hat die Deutungshoheit?

Ich gebe zu bedenken, dass es immer entscheidend ist, wer die Deutungshoheit über das was „guter Glaube“, „gute Tat“ und „Frömmigkeit“ hat, im Endeffekt ausmacht was getan (oder unterlassen) wird. Lassen sich die Gläubigen wirklich von Gott (also durch Intuition & Erfahrung) leiten, oder von der Deutung eines kirchlichen Vorgesetzten – darin sehe ich einen wichtigen Punkt, der damit zu tun hat, inwiefern wir „auf unser Herz hören können“. Beispiele, ob nun die Händler aus dem Tempel zu schmeißen sind (rebellisch, aktiv) oder die linke Wange auch noch hingehalten wird (ertragend, passiv, vermutlich wegen Gewaltandrohung) lassen sich zur „Nachahmung“ in der Bibel (und auch in esoterischen Kreisen, im Koran und mit Sicherheit auch in der Baghavad Gita…) finden.

Ich glaube, hier auf Erden ganz konkret an sich selbst zu arbeiten, ist Teil unseres Weges. Diesen zu beschreiten, ist mutig. Und sich dabei vom Glauben an Gott (einen Schöpfer) und den Lehren an z.B. Jesus Christus oder Buddha begleiten zu lassen, kann sehr hilfreich sein. Doch alleine der Glaube lässt einen noch nicht vergeben, lässt einen noch nicht mit der Natur im Einklang leben oder eine gewaltfreie aufrichtige Kommunikation mit seinen Mitmenschen haben. Es kommt darauf an, was wir daraus machen und dass wir bereit sind, unseren Glauben auch zu diskutieren. Auch im Anbetracht, dass viele Menschen Gott und spirituellen Glauben größtenteils als Erfindungen vergangener Tage betiteln und sich dem Materialismus und „Yolo“-Prinzipien (You only live once) hingeben, sind kritische (nicht dogmatische) Auseinandersetzungen über Glaubensfragen wichtig. Ich selbst konnte jedenfalls nicht über dogmatische Glaubensansätze von der Existenz einer geistigen Quelle (Gott) überzeugt werden…Das ging nur durch eigene Erfahrung (z.B. 125 Tage per Anhalter unterwegs zu sein). Wir haben sicherlich noch viel aufzuarbeiten aus diesem Themenkomplex, deshalb immer Butter bei die Fische 🙂

Frieden sei mit dir.


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