Ist das normal?

Wie kann das nebeneinander zur selben Zeit auf dem selben Planeten sein? Milliarden für eine Raumstation, aber zu wenig Mittel für die vernünftige Versorgung der Weltbevölkerung mit sauberem Trinkwasser.

Quellen: (1) https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Raumstation (2) https://netzfrauen.org/2016/01/30/welt-ohne-wasser/

Die Menschheit hat es so weit gebracht, dass Satelliten und Raumstationen die Erde umkreisen und beispielsweise Wetterdaten sammeln. Wir haben Techniken entwickelt, Autos die Spur halten zu lassen oder Supercomputer hergestellt die bis zu 93 Billiarden Rechenschritte pro Sekunde durchführen können. Was nützt all dieses Wissen, wenn wir Menschen es im Kollektiv nicht hinbekommen, es füreinander/miteinander verantwortlich zu nutzen, den Wohlstand gleichmäßig zu verteilen und in Frieden miteinander zu leben. Oder wenigstens jedem Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Die technischen Möglichkeiten und Ressourcen sind da, das Menschsein dafür fehlt jedoch.

Dieses Paradoxon hat mich lebtags beschäftigt. Den grundsätzlichen Fragen und Thematiken, welche die Absurditäten unseres Daseins aufzeigen, stelle ich hier zum Diskurs. Bitte denke und spüre darüber nach. Ich stelle durch meine Darstellungen hier keinen Anspruch auf Wahrheit. Alles dargebotene zeugt viel mehr von der Suche nach Wahrheit.

Ich frage dich einfach: Ist das normal? Ist all das was ich im folgenden auflisten werde – und auch das wird nur ein Bruchteil sein – normal geworden?

„Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft angepasst zu sein.“ (Jiddhu Krishnamurti)

Unendliches Wirtschaftswachstum // verzinstes Geldsystem

Euromünzen (Bildquelle: pixabay.com/de)

Vorweg möchte ich fragen, warum wir überhaupt Geld haben? Geld soll ein universelles, haltbares und leicht tragbares Tauschmittel sein, um den Handel zu vereinfachen. Das ist auch in beeindruckendem Maße geschehen. Problematischerweise ist unser Geld nur noch ein Glaubenskonstrukt. Es ist durch nichts hinterlegt (ich habe mal persönlich bei meiner Hausbank nachgefragt, was ich für 50€ bei der EZB bekommen könnte – die Antwort war: 50€) und ist von seinem Zweck, der Realwirtschaft zu dienen, größtenteils entkoppelt. Die Dimensionen, die das angenommen hat sind unvorstellbar. So frage ich mich, ob es normal ist, dass wir Menschen einen Großteil unseres Erwachsenen Daseins darauf verwenden, genau über dieses Geld und seine Verwendung ständig nachzudenken und dafür oft in Arbeitsanstellungen schuften, die uns nicht glücklich machen. Wie kann mensch mehr davon bekommen, wie kann ich es sichern, wie kann ich es ausgeben usw. Wohin führt dieses ständige Denken über das Glaubenskonstrukt €, $ oder Pfund (usw.)? Warum werden grundlegende Lebensbedürfnisse, wie Wohnen, Lebensmittel/Wasserversorgung, Wärme, Medizin überhaupt über Geld abgerechnet – sollte das nicht jedem Menschen in einem grundlegenden Maße frei zur Verfügung stehen?

Unendliches Wirtschaftswachstum – wie soll das mit endlichen Ressourcen funktionieren? (Bildquelle: Pixabay.com/de)

Als ich noch Betriebswirtschaftslehre studierte, wiederholten sich vor allem zwei Mantren immer wieder: 1. Profite maximieren 2. Kosten minimieren. Dabei ging Betriebswirt wie selbstverständlich davon aus, dass nächstes Jahr mehr Umsatz gemacht wird, als dieses Jahr. Das Ziel ist Expansion und Wirtschaftswachstum, um mehr Gewinne erzielen zu können. Kurzum ist diese Denkweise ein Teil des Kapitalismus.

Die Frage, welche mir im zweiten Semester langsam dämmerte war: Wofür brauchen wir dieses Wirtschaftswachstum überhaupt? Woran bemisst sich dieses Wirtschaftswachstum?

Zur ersten Frage. Das Wirtschaftswachstum wird eigentlich garnicht benötigt. In einer gesunden Wirtschaft, in welcher alle Marktteilnehmer (du, ich, Unternehmen…) nur so viele Ressourcen nutzen um daraus eine wohlhabende Gesellschaft und eine generationengerechte und gleichgewichtige Wirtschaft zu formen braucht es kein Wirtschaftswachstum. Es kann Wirtschaftswachstum geben, doch muss es das nicht.

Unendliches Wirtschaftswachstum, welches faktisch nicht funktionieren kann (außer auf dem Papier), wird in unserer Wirtschaft benötigt, weil fast alle Unternehmen Kredite benötigen um arbeiten zu können. Zudem „müssen“ viele Unternehmen auf den oben benannten Mantren nach Profitmaximierung und Expansion ausgerichtet sind. Eine gesunde Grenze (Sättigung) wird selten eingehalten. Stattdessen sollen neue Märkte erobert werden – ein Ausdruck aus der Militärlogik. Die Gier und Skrupellosigkeit kennt hier keine Grenzen. Menschen- und Arbeitnehmerrechte spielen manchmal keine Rolle mehr.

Auf Kredite müssen (fast immer) Zinsen bezahlt werden. Diese Last aus Tilgung des Kredites, zuzüglich der Zinsen, muss auf die Kosten des verkauften Produktes umgelegt werden. So weit so gut, doch jetzt kommen die Mechanismen des verzinsten Geldsystems hinzu, welche dem gesamten Konstrukt das Genick brechen.

Zur zweiten Frage: Wirtschaftswachstum bemisst sich über Umsatzänderungen zum Vorjahr. Es ist vollkommen gleich, wodurch diese Umsätze gemacht werden, hauptsache sie werden gemacht. Ob mehr Waffen exportiert wurden oder sinnstiftende Bücher verkauft wurden, ist dieser Zahl total wurscht. Sie soll laut vieler sogenannter Experten einfach höher sein, als die, des letzten Jahres. Das führte – ungeachtet der Verteilung des Vermögens oder des Nutzens, die das mit sich bringt – zu einer prosperierenden Wirtschaft. Das ist ein großer und als selbstverständlich hingenommener Irrtum unserer Zeit.

Verzinstes Geldsystem – wie funktioniert das?

Zunächst einmal frage dich: Hast du je in der Schule gelernt, wie unser Geldsystem funktioniert? Kennst du die Bedeutung einer Mindestreserve, die Wichtigkeit von Bargeld, den Zinseszinseffekt, die Giralgeldwertschöpfung („Geld aus dem Nichts“) und die Tatsache, dass alles Geld einer Schuld gegenübersteht? Ich stellte in der Vergangenheit fest, dass es unerwünscht ist, die breite Masse über die Funktionsweise, Entstehung und dessen Folgen aufzuklären. Henry Ford soll passenderweise dazu gesagt haben: „Wenn die Menschen heute das Geldsystem verständen, gäbe es eine Revolution, noch vor morgen früh.“ Dieses Zitat stammt vom Anfang des 20ten Jahrhunderts, ist also etwa 100 Jahre jung!

Die deutsche Bundesbank, welche an die europäische Zentralbank angeschlossen ist, hat 2008 (danach immer wieder aktualisiert) ein Papier namens Geld und Geldpolitik veröffentlich um zu erläutern, wie Geld funktioniert. Es ist verständlich geschrieben, weil es an Schulen eingesetzt werden können sollte. Doch das würde hier zu weit führen. Wirklich wichtig zu merken ist:

  1. Banken schöpfen bei Kreditvergabe Geld aus dem nichts (Giralgeldwertschöpfung). Das bedeutet, Geld welches du hast, ist gleich der Tilgungsschuld eines anderen Wirtschaftsteilnehmers bei einer Bank. Dies ist die Geldwertschöpfung aus dem Nichts (Fiat-Geld), die aus der Mindestreserve (im Euroraum 1%) heraus möglich ist (aber auch die Geldschöpfung begrenzt). Die Mindestreserve besagt, dass eine Bank mindestens diesen Anteil an den Kundeneinlagen (in Form von Zentralbankgeld) bei der Zentralbank halten muss.
  2. Zinsen werden bei der Geldschöpfung (bei Kreditvergabe) nicht mit ausgegeben. Sie müssen „erwirtschaftet“ werden, sprich: Von anderen, die per Kreditaufnahme Geld erhalten haben, geholt werden.

Wenn du also Unternehmer bist und 100.000 € Kreditaufnahme hast, zahlst du bei 3% Sollzinsen und 5 Jahren Laufzeit etwa 9000 € Zinsen zurück. Das bedeutet, für diese 9000€ Zinslast musst du dich zusätzlich ins Zeug legen, denn du hattest lediglich 100.000 € erhalten, musst aber insgesamt über fünf Jahre 109.000 € zurückzahlen. So geht es all den anderen Wirtschaftsteilnehmern auch – außer den Banken, den Fonds oder Anlegern im Allgemeinen. Die erhalten die Zinsen und können damit weitere Geschäfte betreiben. Natürlich hat die Bank auch immer ein Ausfallrisiko, wodurch sie einen Großteil des Zinses rechtfertigen möchte, doch ganz ehrlich. Wenn du dir mal die Skyline von den großen Städten ansiehst: Wem gehören die höchsten Wolkenkratzer? Den Banken und Versicherungen – der Finanzwirtschaft. Also so hoch können die Ausfallrisiken der Kunden garnicht sein, dass diese Zinsen zu rechtfertigen seien.

Bedauerlicherweise haben viele der größten Banken kaum noch etwas mit mittelständischen Unternehmen oder solchen zu tun, die wirklich etwas sinnvolles für die Gesellschaft produzieren. Es fließen gigantische Mengen an Geldern um den gesamten Globus, nur um Geld gegen Geld bzw. Aktien, Wertpapiere zu tauschen und dadurch Gewinne zu machen.

Inflation ist aber normal, oder?

Inflation des Euro 2004 – 2014 (Quelle: https://www.investing.com/analysis/eurozone-outlook:-low-inflation-continues-to-taunt-ecb-239161)
Geldmengenentwicklung Euroraum 1980 – 2013 (Quelle: http://www.aktienboard.com/forum/f8/baldiger-crash-t128810/6)

Die Inflation (Geldentwertung), die hauptsächlich durch die Vermehrung der Geldmenge ohne entsprechende Vermehrung des ihr gegenüberstehenden Wertes (dem Warenkorb) entsteht, ist in diesem System inbegriffen. Ist das normal?

Auf humorvolle und anschauliche Art zeigt dir dieser Kurzfilm, wo die eingebauten Fehler unseres derzeitigen Geldsystems und somit auch unseres Wirtschaftssystems liegen und hinführen:

30 bis 50% Zinslast

Was ich zunächst wirklich nicht begreifen konnte, war die Tatsache, wer wirklich von diesem Zinssystem profitiert. In deinen Lebenshaltungskosten ist ein Zinsanteil von 30 bis 50% enthalten, weil Unternehmen Zinsen erwirtschaften müssen. Diesen Anteil berechnen sie in die Preiskalkulation mit ein.

Die Zinsen wiederum werden von fleißig (weil insbesondere die arbeitende Bevölkerung die Hauptzinslast trägt) auf reich verteilt. Erst unter den 10% der vermögensten Menschen in unserem Land (s. Abbildung der Wissensmanufaktur unten) beginnt die Habenseite der Umverteilung durch Zinslasten. Also findet eine permanente Umverteilung in Milliardenhöhe von den unteren 90% auf die oberen 10% statt. Ist das normal?

Quelle: http://www.wissensmanufaktur.net/geld-verstehen

Es gibt alternative Geldsysteme, wie das fließende Geldsystem, Kryptowährungen und viele mehr. Die erfolgreichste Regionalwährung Europas, der Chiemgauer, funktioniert auf Basis des fließenden Geldsystems. So ist jeder Teilhaber dieses Systems angeregt, das Geld nach Ansammeln der benötigten Summe für eine gewünschte Ausgabe möglichst rasch wieder auszugeben. So fließt das Geld schneller, als in unserem verzinsten Geldsystem, wo viele ihr Geld aus unterschiedlichen Gründen halten, also nicht fließen lassen. Wenn etwas nicht fließt, ist das auf den menschlichen Körper bezogen früher oder später eine Krankheit und kann z.B. zum Schlaganfall führen. So auch in der Wirtschaft. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere interessante Geldansätze (wie den selbst geschöpften Minuto), Schenk- und Tauschsysteme. Warum denn eigentlich nicht?

Militärisch industrieller Komplex

„In der Regierung müssen wir uns unserem Denken vor dem Einfluss von unberechtigten Einflüssen des militärisch industriellen Komplexes schützen, seien sie gewollt oder ungewollt. Die Gefahr eines unheilvollen Anwachsens unbefugter Macht existiert und wird fortdauern. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Gewicht dieser Kombination unsere Demokratie und Freiheit zersetzt. Wir sollten nichts als sicher ansehen. Nur eine wache und kenntnisreiche Bürgerschaft kann eine ausgeglichene Verbindung der gewaltigen industriellen und militärischen Maschinerie der Verteidigung mit unseren friedvollen und Methoden und Zielen gewährleisten so dasss Sicherheit und Freiheit gemeinsam prosperieren können.“ (Dwight D. Eisenhower, 1961 in seiner Abschlussrede)

Haben auch wir uns vielleicht schon an die Situationen der horenden Militär – und Rüstungsausgaben gewöhnt? Haben wir uns an den täglichen Drohnenterror von Ramstein aus überallhin in die Welt hin gewöhnt, die Stationierung von Atombomben in Büchel, die mittlerweile 17 verschiedenen Auslandseinsätze der Bundeswehr mit 4000 beteiligten Soldaten?

Haben wir uns an die permanente und ungeheure Verschwendung von materiellen und finanziellen Ressourcen gewöhnt? Sind 1,5 Billionen Dollar (1.500.000.000.000 $ – davon 611 Milliarden $ in den USA) weltweit für die Rüstung vielleicht schon etwas Normales? Sind in Deutschland Planungen 2% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Rüstung, also über 70 Milliarden jährlich oder ca. 20 % des gesamten Bundeshaushaltes auszugeben, alltäglich geworden? Ist das alles schon Gewohnheit geworden, über die wir uns kaum noch aufregen?

Wie kann ein bewaffneter Konflikt, Terror und Krieg überhaupt so normal geworden sein? Wie kann es überhaupt so schnell als Mittel der Wahl auserwählt werden, dieser schreckliche Zustand, wo Menschen andere Menschen töten, foltern und verletzen. Alle Menschen sitzen im selben Boot, sind Brüder und Schwestern, doch besonders im Krieg erinnern sich die Menschen nicht mehr daran. Wie kann dieser schreckliche Zustand, der täglich über die Nachrichtenportale dieser Welt getickert wird, meist mit tendenziöser bis hin zu falscher Darstellung der Ereignisse, so normal geworden sein?

Kriegs(eintritts)lügen

Wenn jemand bereits mehrere Male beim Lügen erwischt wurde, glaubt mensch ihm weniger schnell oder garnicht mehr. Das gilt normalerweise. Für Regierungen, insbesondere die US-Regierung, scheint diese Regel ausgehebelt zu sein. Ich frage dich, ob es normal ist, dass Regierungen, die bereits häufiger Kriegslügen auftischten, aufgrund derer Millionen Menschen sterben mussten, ganze Landschaften und Wirtschaftszweige zerstört wurden, noch Glauben geschenkt wird, wenn es um die Darstellung heutiger Kriegs – bzw. Krisenregionen (z.B. Syrien) geht. Folgende Kriegs(eintritts)lügen fallen mir innerhalb einer Minute ein:

  1. Vietnamkrieg 1955 bis 1975 – Golf von Tonkin Vorfall 04.08.1964 Kriegseintrittsgrund der USA im Jahre 1964. McNamara (damaliger US-Kriegsminister) gab in seinen Memoiren zu, dieser Vorfall habe so nicht stattgefunden. Bilanz: 1.200.000 – 2.600.000 getötete Zivilisten, 1.100.000 getötete NVA und NLF Kämpfer (Volksarmee und Befreiungsbewegung Südvietnam) und 600.000 verletzte vietnamesische Soldaten laut Wikipedia. Hinzu kommen 58.220 getötete US-Soldaten von 1958 – 1973 in Vietnam laut Wikipedia. Wofür?
  2. Kriegseintrittsentscheidend für USA in Kuwait und Irak 1990 (zweiter Golfkrieg) – Brutkasten Lüge. Bilanz: offiziell laut Wikipedia 1500 – 75.000 getötete irakische Soldaten und 2278 bis 35.000 getötete Zivilisten. Hinzu kommen 228 Verluste bei den Alliierten (USA, Großbritannien, Italien, Frankreich, Saudi-Arabien, Senegal) und etwa 3700 Verwundete. Wofür?
  3. Kosovo Krieg – Es begann mit einer Lüge. Die Gesamtzahl der serbischen Todesopfer durch die Bombardierungen der NATO (ohne NATO-Bündnisfallregelung oder Mandat des UN-Sicherheitsrates!) zwischen Februar und Juni 1999 auf 3500 (sowie 10.000 Verletzte).
  4. 9/11 und der Afghanistan Krieg (nicht offiziell bestätigte Kriegseintrittslüge). Ein Krieg der bereits seit 1978 (damals Stellvertreterkrieg zwischen Sowjetunion und USA) andauert und nach 2001 noch einmal „neu aufgerollt“ wurde. In Wikipedia stehen sehr unterschiedliche und geringe Todesopferzahlen. Da frage ich mich, ob das wirklich so ist. Dass der Terror in der Region selbst, der mit Terror versucht wird zu bekämpfen (welch ausgefeilte Logik) eher mehr als weniger wird, scheint dabei niemanden zu interessieren.
  5. Irakkrieg 2003 und die nicht vorhandenen Massenvernichtungswaffen. Ein völkerrechtswidrieger Angriffskrieg der USA und Großbritannien, um…ja, um was eigentlich zu erreichen? Frieden, Menschenrechte und Demokratie zu bringen? Ich behauupte, das ist und war nie ein Grund für diese Kriege. Es sind Kontroll – und Machtinteressen, Rohstoffkriege (z.B. um Öl) und sonstige perfide Gründe um nicht gehorsame Regierungen gefügig zu machen. Eine kurze Frage sei hier erlaubt: Warum marschiert die NATO nicht unter humanitärem Vorwand in Saudi-Arabien ein? Ganz im Gegenteil: Sie betreiben hoch lukrative Geschäfte (z.B. Rüstungsexport) mit dieser Diktatur. Der Irakrieg forderte bis zum endgültigen Abzug der Truppen der „Koalition der Willigen“ im Jahre 2011 zwischen 100.000 bis 1.000.000 Menschen getötet. Ein befriedetes Land liegt nicht vor, Demokratie existiert auch heute noch nicht im Irak.
  6. Zweiter Weltkrieg – Inszenierter Überfall auf den Sender Gleiwitz 1939 vom NS-Regime. Einer der Auslöser(begründungen) für den zweiten Weltkrieg. Eine der dunkelsten Stunden der Menschheitsgeschichte.

Ich habe hier lediglich die (vermutlich und offiziell) geschätzten Todeszahlen aufgeführt. Die Folgen der Traumatisierungen, die Flüchtlingsströme, die Enteignungen, die Umweltfolgekosten, der wirtschaftliche Schaden, der materielle Schaden, die reinen Geldkosten der Kriege, die sozial hätten benötigt werden können sind hier noch nicht einmal betrachtet (!)

Natürlich sind die von mir hier aufgelisteten Konflikte viel komplexer, als ich im Stande bin sie darzustellen. So wurde beispielsweise Osama Bin-Laden in den 1980er Jahren noch als „Freiheitskämpfer“ von den USA unterstützt, weil er mit Al-Quaida gegen die vordringende Sowjetunion kämpfte. Später war der selbst aufgebaute Bin-Laden dann Staatsfeind Nummer Eins und wurde angeblich 2011 ohne gerichtliches Verhör erschossen und sein Leichnam direkt auf hoher See entsorgt. So wurde also das eigentliche Problem anfänglich vom späteren angeblichen Friedensbringer unterstützt – so und ähnlich ist es in vielen weiteren Konflikten/Kriegen. Doch frage ich mich mithilfe meines gesunden Menschenverstandes: Wie kann es sein, dass die Ziele (z.B. Menschenrechte bringen), mit welchen die Kriege begründet werden, selten eingehalten werden, oft sogar verschlimmert werden? Diese Ziele sind ganz offenkundig nicht dem Frieden, Menschenrechten oder humanitären Zwecken gewidmet. Die Methoden, mit welchen die Militärlogik versucht sie zu überbringen bezeugen dies anschaulich. Wer mir gegenteiliges belegen kann, möge sich gerne bei mir melden.

Eugen Drewermann (ehemaliger kath. Priester, Pazifist, Psychoanalytiker und Schriftsteller) fasst die Absurdität der auf Hochrüstung geeichten Militärlogik auf. Eine gelungene Zusammenfassung einiger seiner Argumente, sowie Ansichten weiterer Friedensaktivisten findest du hier:

Wieso kann es einer angeblich humanistisch orientierten Regierung nicht möglich sein, der UN vier Milliarden $ für Katastrophen – und Flüchtlingshilfe zu geben um sich um 20.000.000 Menschen zu kümmern und gleichzeitig ankündigen den Militäretat von etwa 35 Milliarden € auf 70 Milliarden € zu erhöhen? Ist das normal?

Abgereicherte Uranmunition (Frieder Wagner Dokuentation, 2007)

Eine abscheuliche Waffe wird abseits der Bekanntheit in der Öffentlichkeit in vielen Kriegen der letzten 30 Jahre von der NATO eingesetzt: Abgereicherte Uranmunition. Zum Beispiel im Kosovo Krieg, im Libanon, im Irak oder in Afghanistan. Dort hinterlässt sie verstrahlte Landstriche, Böden und Gewässer, die für eine Kontamination der Bewohner sorgen. Welche unmenschlichen Folgen das hat, zeigt Frieder Wagner in seinem Werk „Deadly Dust“. Ist abgereicherte Uranmunition – die Menschen auf Menschen schießen, die Menschen auf Mutter Erde hinterlassen – normal frage ich dich?

Warnung! Dieser Film ist wirklich nichts für schwache Nerven, bitte überlegt euch, dieses Werk komplett anzusehen.

Stell dir vor es ist Krieg und niemand geht hin…

Ich möchte hier noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich keine Pauschalverurteilung des Militärs oder aller im Militär Angestellten vornehme. Ich habe bereits wunderbare Menschen aus diesen Reihen kennen gelernt. Doch gerade euch (und allen die im militärisch-industriellen Komplex arbeiten) frage ich: Glaubt ihr wirklich, dass die Ausrichtung des Militär für Frieden sorgt? Wem nützt diese Hochrüstungspolitik wirklich? Warum wird kein vernünftiger langfristiger Dialog auf Augenhöhe mit den beteiligten Konfliktparteien gesucht?

Klassengesellschaft // Korruption der Moderne

Ich persönlich empfinde einen Großteil der Arbeit, die heutzutage gemacht wird als sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse. Das liegt hauptsächlich an der Tatsache, dass die Menschen diese Tätigkeiten nicht ausführen würden, wenn sie nicht Geldverpflichtungen und völlig überflüssige Konsumbedürfnisse hätten. Versteht mich nicht falsch. Was ich meine ist mit härtester Form von Sklaverei, mit 14 Stunden Arbeit 6 Tage die Woche unter Peitschenhieben nicht ansatzweise vergleichbar. Aber es ist eine moderne Form der Sklaverei, die unter anderem aufgrund der vorher gezeigten Problematik der Vermögensungleichverteilung von fleißig auf reich existiert. Es ist eine geistige (bzw. ungeistige) Einstellung zum Leben an sich, das massiv an Selbstwertgefühl mangelt. So exisitiert nach wie vor eine Klassengesellschaft – grob die obersten ein Prozent, die Mittelschicht und die immer größer werdende Unterschicht. Doch bedenke, dass selbst Menschen aus dem „oberen Prozent“ zu den von mir benannten Sklaven gehören können.

Die Klassengsellschaft zeigt sich auch ganz offensichtlich, zum Beispiel in der Einteilung im Zug (erste und zweite Klasse), der Einteilung im Krankenkassensystem (gesetzlich und privat) der Unterscheidung für die Gewerbesteuerpflichtigkeit zwischen normalen Gewerbetreibenden und von gewerbesteuerbefreiten Gruppierungen, wie z.B. Apothekern. Die Liste könnte noch lange weitergehen. Ist diese Klassengesellschaft normal?

Erste Klasse vs. zweite Klasse in der DeutschenBahn

Quellen: (1) https://www.welt.de/politik/deutschland/article118604608/Gruene-fordern-von-Bahn-Abschaffung-der-1-Klasse.html (2) http://www.fr.de/leben/recht/zug-ueberfuellt-duerfen-bahnreisende-in-die-1-klasse-wechseln-a-366893

Als Korruption der Moderne möchte ich ein Verhalten aufzeigen, welches keine direkte Korruption ist, aber von einem korrupten und ausbeuterischen System profitiert. Fiktives Beispiel: Ich kaufe einen Tee aus China, welcher (ohne mein Wissen und Zutun) unter sehr unfairen und umweltvergiftenden Umständen produziert wurde. Vermutlich ist dieser Tee viel günstiger, als ein vergleichbarer fair gehandelter Tee und ich muss nicht überlegen, ob ich ihn mir leisten kann. Ich selbst wäre in diesem Fall Teil eines Systems, welches den Teeanbauer und die Umwelt direkt vor Ort ausbeutet, nur damit ich hier meinen Tee genießen kann. Doch in den meisten Fällen ist es so, dass ich selbst ein ausgebeuteter Mensch bin – nur in der Hierarchie weiter oben stehend, als der Teeanbauer in China. Ich gebe also den ausbeuterischen Impuls einfach weiter.

Das benenne ich als Korruption der Moderne und diese wird, ohne dass die Menschen das wirklich bösartig mitgestalten wollen, millionenfach praktiziert (wie im Artikel Nur Mut anfänglich gut beschrieben steht).

Dem sei hinzugefügt: Die wirklich ausbeutenden Menschen, die sich der Tragweite ihres Handelns auch bewusst sein dürften, sitzen an den Schaltzentralen der Industrien (z.B. Nestlé – lt. ehemaligem Nestlé Chef Peter Brabeck-Letmathe ist Wasser als kostenlos öffentliches Gut eine extreme Meinung) und Banken (z.B. Goldmann-Sachs). Sie erzeugen ein System, welches die moderne Form von Korruption und Sklaverei ermöglicht und aufrecht erhält. Damit möchte ich keine Berufsgruppe anprangern, doch muss einfach gesagt werden dürfen, was gesagt werden muss. Ein jeder von uns ist gefragt: Ist dieses System normal? Jeder kann diesem System seine Energie entziehen (s. Ändern)!

8 Milliardäre besitzen so viel, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung


Diesen unglaublichen Fakt, kannst du hier selbst nachlesen (Oxfam Studie 2017 – An economy for the 99%). Ist diese krass ungleiche Verteilung materiellen Wohlstandes normal?

Krank sein als Normalität?

Alle Menschen möchten gesund sein, doch die wenigsten sind es wirklich. Krankheit gehört im Leben mit dazu, sie ist oft sogar ein sinnvolles biologisches Programm zur Reinigung oder Abwehr von Erregern. Doch krank sein als Normalität ist ein Niveau, welches fragwürdig ist. Gib in der Suchmaschine deiner Wahl die Begriffe „so krank ist Deutschland“ oder ähnliches ein. Du findest ausführliche Berichte darüber, wie viele Fehltage Deutsche im Schnitt bei der Arbeit haben, welche Leiden dafür am häufigsten verantwortlich sind (psychische Erkrankungen und Rückenschmerzen) und warum viele Deutsche sich auch krank zur Arbeit oder zur Schule schleppen. Warum so viele Menschen so krank sind hat viele Gründe, doch ich möchte dich darauf aufmerksam machen, wie normal das bereits geworden ist. Du kennst meine weiterführende Frage: Ist das wirklich normal?

Propaganda und Angstmache

Propaganda gibt es nur in unserer Vergangenheit und beim „Gegner“, freilich? Wenn du inne hältst und reflektierst, was die Nachrichten und Informationen der letzten 7 Tage für einen Wahrheitsgehalt gehabt haben, zu welchem Schluss kommst du? Welchen Wert hatten sie für dich, der du sie gehört/gesehen und (halbwegs) verinnerlicht hast? Ist es wirklich notwendig, jeden Terroranschlag weltweit täglich in den Nachrichten zu hören? Weitaus wichtiger ist, gleich die politisch passenden Verursacher zu benennen, obgleich sich (wie im Fall des elften September) die Medien dahingehend bereits oft vertan haben, sogar Falschinformationen verbreiteten. Es existiert eine Sinn – und Stukturkrise in den „Mainstreammedien“ und vermutlich auch in vielen „alternativen Medien“. Die Medien und viele Journalisten kommen ihrer Rolle (der vierten Säule der Demokratie) oft nicht mehr nach, was nicht immer mit einer bösartigen Einstellung des Journalisten zu tun hat. Oft sind Zeitdruck, Geldmangel oder schlicht die Befürchtung um den eigenen Job so groß, dass lieber so berichtet und geschrieben wird, wie es momentan in Ordnung ist. Doch bedauere ich dieses Mitläuferverhalten zutiefst.

Wenn du kritisch über den elften September berichtest und logische Fragen zur Finanzierung, Durchführbarkeit, Physik, Zeugenaussagen und seltsamen Indizienbefunden der Regierung stellst, musst du dich als Journalist warm anziehen. So geschah es Gerhard Wisnewski, der eine 45 minütige Dokumentation mit kritischen Fragen über den elften September und die Verursacher drehte und im WDR veröffentlichte. Aufgrund dieser Dokumentation, die einfach nur logische Fragen und Zusammenhänge aufstellt, erhielt Wisnweski keine Aufträge mehr vom WDR. Das ist der Bereich wo Angstmache und Propaganda beginnt, dort hört das kritische, vernunftorientierte Denken (des Journalisten, der um seinen eigenen Platz bangen muss) auf vorzuherrschen.

Ich frage dich, ob es normal ist, dass du (fast) nichts positives über russische Politik zu hören bekommst. Freilich bin ich kein Putin-Fan oder großer Symphatisant der russischen Politik, doch gibt es vieles was schlicht falsch dargestellt wird mit dem offensichtlichen Ziel, der Denunziation Russlands. Wie beispielsweise in diesem unsäglichen Fall um die angebliche Vergiftung des ehemaligen russischen Spions in Salisbury. Man hätte nur ein paar logische Fragen als Journalist stelln müssen, um zu einer anderen Sicht auf den Fall Skripal zu kommen – was nicht bedeutet, die vorherrschenden Täter-Opfer These sei falsch, es bedeutet zunächst, wie gut Propaganda und Angstmache heute noch funktioniert – ganz ohne Beweise werden Anschuldigungen weiterverteilt, kaum ein Journalist fragt ernsthaft nach. Und ja es ist richtig: In Russland gibt es auch Propaganda und Angstmache, das bestreite ich mit keiner Silbe. Doch ist das eine Rechtfertigung, die Propaganda derer wir täglich ausgesetzt sind zu ignorieren?

Das beste Beispiel ist die sogenannte Annexion der Krim im Jahre 2014. Mensch könnte meinen, Russland wäre mit Bataillonen von Soldaten auf die Krim marschiert und hätte das dortige Volk blutig niedergeschlagen. Doch das ist nie geschehen. Es gab sogar ein Referendum, in welchem mehr als 80% der Wähler für einen Anschluss an Russland stimmten. Ob dabei alles mit rechten Dingen zuging, kann ich nicht beurteilen. Beurteilen kann ich lediglich die einseitige Berichterstattung hierzulande zu diesem Ereignis. Dieses Aufblähen und bis zum Äußersten herausreizen dieser Themen kann ich schlichtweg als Propaganda und Angstmache betiteln. Wenn unsere Medien ansatzweise eine Informationsaufarbeitungs- und Vermittlerrolle einnehmen wollten und häufiger mal kontroverse Diskussionen wo alle Seiten zu Wort kommen machten anstatt ständig übereinander zu schreiben oder geskriptete „Talkrunden“ zu machen, würde ich diesen Absatz hier nicht schreiben. Teile und Herrsche scheint, wie im Römischen Reich, nach wie vor wunderbar zu funktionieren. Ist das normal?

Ökozid // Massentierhaltung

Quelle: http://www.umweltbrief.de/neu/html/umweltbrief_04_2013


In rasanter Geschwindigkeit schwindet die Fläche der Urwälder, werden die Ozeane vermüllt, sterben Tierarten aus, werden Insekten immer weniger, wird der Boden demineralisiert – ein Ökozid. Ist das normal?

Weltweit werden jedes Jahr 60.000.000.000 Tiere für den Verzehr durch Menschen geschlachtet. Die Massentierhaltung, die gigantischen Schlachthäuser, unnötige lange Tiertransporte sind für einen Großteil dieses Verzehrs etabliert worden. Ich schreibe hier nicht von ländlich idyllisch gelegenen gut geführten Tierhaltungsbetrieben, sondern von den viel häufigeren ekelerregenden Massentierhaltungen und schrecklichen Schlachtszenen. Etwa 70% der Ackerfläche weltweit wird verwendet um Tierfutter zu produzieren, damit Menschen wiederum die Tiere essen. Eine unglaubliche Verschwendung von Ressourcen und Arbeit. Wenn wir einfach anfingen, die pflanzlichen Erzeugnisse eines Großteil dieser Ackerfläche selbst zu essen, wäre der Welthunger schon in wenigen Jahren gestillt. Unglaubliche Mengen von Trinkwassereinsatz, Gülle und Blut könnten wir uns so ersparen. Genauso wären wir gesünder und das Tierleid würde massiv gesenkt werden. Wenn Massentierhaltung für dich wirklich normal geworden ist, dann weiß ich leider auch nicht mehr weiter.

Überwachung

Bevor Edward Snowden der Weltöffentlichkeit spektakuläre Beweise für die flächendeckende und massive Überwachung (in diesem Fall) durch amerikanischen Geheimdiensten lieferte, galt mensch als Verschwörungstheoretiker, der genau dies behauptete. Ohne das Thema groß aufmachen zu wollen frage ich dich, wie es sein kann, dass trotz der Beweise für Überwachung (insbesondere durch alle möglichen smarten elektronischen Geräte, wie Smartmeter oder Smartphones) kaum etwas zur Abschaffung dieser Überwachung getan wird. Im Gegenteil: Sie wird größtenteils akzeptiert unter dem Leitspruch „Ich habe doch nichts zu verbergen.“ Ist das normal?

In dem Dokumentarfilm „Alles unter Kontrolle“ (2015) von Werner Boote könnt ihr euch umfassend zu diesem Thema informieren.

Also ich habe nichts offen zu legen, um ehrlich zu sein. Auch ohne Überwachung tue ich mein menschlichstes für eine menschliche Welt.

Schulsystem

Fehler im System?! – Bildquelle: https://www.photocase.de/fotos/1364173-falscher-fehler-lustig-spielen-lifestyle-schule-photocase-stock-foto

Welcher Jugendliche kann nach dem Schulbesuch von unglaublichen 12-13 Jahren (Grundschule + Gymnasium) wirklich selbstbewusst sagen, was er/sie möchte, was er/sie ist oder einfach nur seine Steuererklärung (die eigentlich auch schon eine „Ist das normal?“-Absatz verdient hätte) ausfüllen? Können Sie wenigstens rechnen, englisch sprechen und das eigene politische sowie wirtschaftliche System erklären, was die Schule ja grundsätzlich befähigen möchte? Unser Schulsystem und die Schulpflicht baut historisch auf dem Vorbild der preußischen Schulen auf. Diese wurden begründet, um die Abgänger besser in das Militär integrieren zu können. Sie sollten an den geregelten Tagesablauf gewöhnt sein, auf Authorität getrimmt werden und Fähigkeiten erlernen, die allgemein nützlich sind. Der Grundsatz ist und war nicht, die Einzigartigkeit der Talente eines Kindes zu fördern.

9% der Kinder und Jugendlichen in Schulen zwischen 11-15 Jahren sind wiederholt Opfer von Mobbing geworden. Was für eine Tragödie, doch es wird weggeschaut. Ein schwerwiegendes soziales Problem, das ich hier bewusst mit aufnehme, weil es so oft unter den Tisch fällt. Es ist kein alleiniges Problem der Schulen, muss hier dazugeschrieben werden.

Die meisten Abgänger von Schulen unseres Landes wissen nicht, was sie wollen, wer sie sind oder einfach ihre Steuererklärung auszufüllen. Meines Erachtens nach hat dies System, doch das würde hier zu weit führen. Zusätzlich wissen viele heute nicht mal mehr einen Nagel vernünftig in die Wand zu bekommen, handwerkliche Fähigkeiten und Fingerfertigkeiten werden an staatlichen Schulen kaum gefördert. Zudem wird dort lediglich das Fünf-Sinnes-Bewusstsein, sowie die Verstandesebene versucht zu fördern. Oder habt ihr schon einmal Meditationskurse und ähnliches an Schulen gesehen?

Ich finde es nicht zu weit gegriffen, unsere Schulen als Aufzuchtzentren für orientierungslose Weisungsempfänger zu erklären, die in einem bestehenden destruktiven System funktionieren sollen ohne großartiges eigenes Denkvermögen (dieser Satz soll bewusst provozieren). Natürlich findet an Schulen auch viel sinnstiftendes statt: Soziale Kontakte zu Gleichaltrigen, Ausflüge/Klassenfahrten, grundsätzliche Vermittlung von Kenntnissen, Projektarbeiten, Musizieren/Sport/Kunst, durchaus mal kontroverse Debatten – das möchte ich hier nicht unter den Tisch gefallen haben lassen. Doch erschreckend ist die Effizienzlosigkeit, mit welcher unser Schulsystem agiert – außer mensch erkennt, dass Kinder und Jugendliche gar keine selbstbewussten, eigenständigen Individuen werden sollen durch diese Schulen.

Es gibt eine Menge Gründe, hart mit unserem Schulsystem ins Gericht zu gehen, weil wir bereits seit Jahrzehnten wissen, wie es besser funktionieren kann, es allerdings nur kahle Veränderungen gibt. Mal ganz von einer Schulpflicht im Allgemeinen abgesehen, die ich mittlerweile fragwürdig finde. Vor allem die Forschungsergebnisse und Aktivitäten von Gerald Hüther sind dahingehend sehr erkenntnisreich. Hüther ist ein Bioneurologe, der die These vertritt, jedes Kind sei hoch begabt – wenn wir sie denn in ihren Begabungen unterstützten. Er regt eine ganz andere, ganzheitliche Sicht auf die wundersamen Geschöpfe, die unsere Zukunft bilden werden, an. Jedes Kind ist von sich aus an vielen Dingen interessiert, nur eben in den meisten Fällen nicht an Frontalunterricht von Punkt 08:00 – 14:15 Uhr über Themen, die gerade noch nicht dran sind und oft gelangweilt vermittelt werden. So wird die Natur der Entwicklung unserer Persönlichkeit, unserer Interessen und eigenen Geschwindigkeit des Erlernens häufig missachtet. Und trotzdem schicken die meisten ihre Kinder in ein solches Schulsystem. Ist das normal?


Mir ist es wichtig, diese Auflistung hier gemacht zu haben um zu verdeutlichen, wo wir leben. Nichts davon muss von uns als normal angenommen werden. Wir haben einen Mund um dies zu benennen, Hände um dies (im Kleinen) zu ändern. Wir sind Teil dieses Systems (auf die ein oder andere Art und Weise) und müssen uns diesen Fragen stellen. Nach dem Erkennen eines Problems, folgt die Veränderung. Und darin befindet sich die Menschheit meines Erachtens nach. Lasst es uns anpacken und eigenverantwortlich mit diesen Erkenntnissen umgehen!