Propaganda und Angstmache

Propaganda gibt es nur in unserer Vergangenheit und beim „Gegner“, freilich? Wenn du inne hältst und reflektierst, was die Nachrichten und Informationen der letzten 7 Tage für einen Wahrheitsgehalt gehabt haben, zu welchem Schluss kommst du? Welchen Wert hatten sie für dich, der du sie gehört/gesehen und (halbwegs) verinnerlicht hast? Ist es wirklich notwendig, jeden Terroranschlag weltweit täglich in den Nachrichten zu hören? Weitaus wichtiger ist, gleich die politisch passenden Verursacher zu benennen, obgleich sich (wie im Fall des elften September) die Medien dahingehend bereits oft vertan haben, sogar Falschinformationen verbreiteten. Es existiert eine Sinn – und Strukturkrise in den „Mainstreammedien“ und vermutlich auch in vielen „alternativen Medien“. Die Medien und viele Journalisten kommen ihrer Rolle (der vierten Säule der Demokratie) oft nicht mehr nach, was nicht immer mit einer bösartigen Einstellung des Journalisten zu tun hat. Oft sind Zeitdruck, Geldmangel oder schlicht die Befürchtung um den eigenen Job so groß, dass lieber so berichtet und geschrieben wird, wie es momentan in Ordnung ist. Doch bedauere ich dieses Mitläuferverhalten zutiefst.

Wenn du kritisch über den elften September berichtest und logische Fragen zur Finanzierung, Durchführbarkeit, Physik, Zeugenaussagen und seltsamen Indizienbefunden der Regierung stellst, musst du dich als Journalist warm anziehen. So geschah es Gerhard Wisnewski, der eine 45 minütige Dokumentation mit kritischen Fragen über den elften September und die Verursacher drehte und im WDR veröffentlichte. Aufgrund dieser Dokumentation, die einfach nur logische Fragen und Zusammenhänge aufstellt, erhielt Wisnweski keine Aufträge mehr vom WDR. Das ist der Bereich wo Angstmache und Propaganda beginnt, dort hört das kritische, vernunftorientierte Denken (des Journalisten, der um seinen eigenen Platz bangen muss) auf vorzuherrschen.

Ich frage dich, ob es normal ist, dass du (fast) nichts positives über russische Politik zu hören bekommst. Freilich bin ich kein Putin-Fan oder großer Symphatisant der russischen Politik, doch gibt es vieles was schlicht falsch dargestellt wird mit dem offensichtlichen Ziel, der Denunziation Russlands. Wie beispielsweise in diesem unsäglichen Fall um die angebliche Vergiftung des ehemaligen russischen Spions in Salisbury. Man hätte nur ein paar logische Fragen als Journalist stellen müssen, um zu einer anderen Sicht auf den Fall Skripal zu kommen – was nicht bedeutet, die vorherrschenden Täter-Opfer These sei falsch, es bedeutet zunächst, wie gut Propaganda und Angstmache heute noch funktioniert – ganz ohne Beweise werden Anschuldigungen weiterverteilt, kaum ein Journalist fragt ernsthaft nach. Und ja es ist richtig: In Russland gibt es auch Propaganda und Angstmache, das bestreite ich mit keiner Silbe. Doch ist das eine Rechtfertigung, die Propaganda derer wir täglich ausgesetzt sind zu ignorieren?

Das beste Beispiel ist die sogenannte Annexion der Krim im Jahre 2014. Mensch könnte meinen, Russland wäre mit Bataillonen von Soldaten auf die Krim marschiert und hätte das dortige Volk blutig niedergeschlagen. Doch das ist nie geschehen. Es gab sogar ein Referendum, in welchem mehr als 80% der Wähler für einen Anschluss an Russland stimmten. Ob dabei alles mit rechten Dingen zuging, kann ich nicht beurteilen. Beurteilen kann ich lediglich die einseitige Berichterstattung hierzulande zu diesem Ereignis. Dieses Aufblähen und bis zum Äußersten herausreizen dieser Themen kann ich schlichtweg als Propaganda und Angstmache betiteln. Wenn unsere Medien ansatzweise eine Informationsaufarbeitungs- und Vermittlerrolle einnehmen wollten und häufiger mal kontroverse Diskussionen wo alle Seiten zu Wort kommen machten anstatt ständig übereinander zu schreiben oder geskriptete „Talkrunden“ zu machen, würde ich diesen Absatz hier nicht schreiben. Teile und Herrsche scheint, wie im Römischen Reich, nach wie vor wunderbar zu funktionieren. Ist das normal?

In der Wissenschaft wird gelehrt, alles zu hinterfragen und genau zu beobachten. So kann ich das im Bereich von Medienberichterstattung auch nur weitergeben. Ich möchte hier kein schwarz-weiß Bild zeichnen („böse“ Massenmedien vs. „gute“ alternative Medien), wie es oft geschieht. Ich bitte um differenzierte und reflektierte Auseinandersetzung mit allem was uns gezeigt wird, v.a. wenn ein politisches, religiöses oder finanzielles Interesse offensichtlich ist. Umso mehr ist es feierlich, dass es nach wie vor unabhängige, kritische und glaubwürdige Journalisten gibt (s. Empfehlungen) – doch bitte hinterfragt auch diese Einstufung meiner subjektiven Selbst!