Geflasht, berührt, begeistert, motiviert…einfach wow! Wann ist es dir dieses Jahr so ergangen? Welche Menschen oder Projekte haben dich inspiriert andere Wege zu gehen? Rückblendend nehme ich euch zu einigen dieser Augenblicke, Menschen oder Projekte mit, die mich nachhaltig angeregt haben. Kommt mit, inspirierende Land 🙂

Freunde!

Die wichtigsten Begleiter im Leben – (hoffentlich) neben der eigenen Familie. Neue und alte Freunde inspirierten mich dieses Jahr zu einigen Schritten, die ich vermutlich alleine nicht gegangen wäre. All die Inspiration aufzuzählen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Deshalb sei hier einfach Harpyi hervorgehoben, die mich daran errinnerte, wie wertvoll die Ansätze der pflanzlichen Ernährung, des autodidaktischen unperfekten Weges und der Anarchie sind. Durch Olivia, da du mich durch deine Auseinandersetzung mit Fridays for Future wieder zum Aktivismus gebracht hast und mir immer wieder warmherzig aufzeigtest, wie wertvoll Dankbarkeit und wertschätzende Kommunikation ist. Auch durch dich Rebecca, die du hinhörst, wo einem gerade das Herz steht. Und durch dich Nori, der du immer so viel antreibst, dich und die Welt dabei ganzheitlich ergründest. Also insbesondere ihr Menschen von der Permakulturgarten-Crew. An dieser Stelle fällt mir unser Wintersonnenwendritual und ein Ritual zu Trauer im Januar ein (Danke an Rebecca für die (Mit-)Leitung)!). Es zeigte mir noch einmal deutlich, welch heilende Wirkung die Öffnung des eigenen Herzens in vertrauensvoller Umgebung hat 🙂

Wen ich hierbei nicht vergessen möchte, sind Sinan und Sascha. Auch wenn ihr echt matsche-chaotisch sein könnt, so habe ich von euch beiden dieses Jahr enorm viel (über mich) gelernt. Insbesondere über Integrität, also das zu tun und leben, wovon wir reden. Ebenso über Organisation, groß Denken und kreatives Schaffen!

Heute ist der vorletzte Tage meines fast 40-tägigen Industriezuckerfastens (worüber ich auch noch watt ausführlicher schreiben werde). Corinna, die über Nachhaltigkeit, Veganismus und Persönlichkeitsentwicklung vloggt, hat mich durch unsere erste Begegnung auf ganz natürliche Art zu diesem Entschluss gebracht – den hatte ich mir bereits lange vorgenommen. Schön, dass es nicht die letzte inspirierende Anregung geblieben ist 🙂

FairTeilBar

Dieses Jahr hat die FairTeilBar in Münster aufgemacht. Ihre Mission: Lebensmittelverschwendung mindern! Ganz konkret und mit einem Konzept, dass einfacher und schöner kaum sein könnte. Im Laden, im Bistro und in der Projektküche werden Lebensmittel von Kooperationspartnern zur Verfügung gestellt, die aus verschiedensten Gründen (Größe, Form, Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten…) nicht mehr im Verkauf angeboten werden können. Die frischen Lebensmittel, als auch die Portionen im Bistro zahlst du gegen Spende – also so viel, wie du geben kannst/magst! Solch mutige Unternehmerideen inspirieren mich!

Inklusion inklusive

In meinem Praktikum für den Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge lernte ich Antonia von Reden kennen. Sie initiierte aufgrund ihrer eigenen Lebensgeschichte den Verein Inklusion inklusive.

Logo von Inklusion inklusive

Dabei möchte sie durch die Einführung eines Buttons, der an das Zeichen für blinde Mitmenschen erinnert, Menschen mit Behinderung die Möglichkeit geben, dies für außen Stehende kenntlich zu machen. Die eigene Geschichte von Antonia ist mir dabei die Inspiration, welche ich gerne teile. Nach einem schweren Unfall rappelte sie sich trotz gegenteiliger Prognosen wieder auf, studierte und führt heute ein vermeindlich „normales Leben“. Sie geht ihren Weg und zeigte mir, wie wichtig es ist, seine individuelle Stimme in diese Welt zu bringen. Sie macht es unter anderem durch diese Kampagne.

Gläubiger Syrer

Ob die Geschichte wahr ist oder nicht, kann ich euch nicht mit Sicherheit schreiben. Bei welchen Geschichten kann mensch das schon? Doch mein Herz sagt, diese Geschichte ist wahr, da sie mir von einem Mann erzählt wurde, dem ich während er sprach tief in die Augen sah.

In der Innenstadt Münsters war ein „Infostand“ einer christlichen Bewegung, die missionieren wollten. Neugierig wie ich bin, wollte ich ein Gespräch suchen um über das neue Testament und deren Beweggründe dort zu stehen sprechen. Ein Mann erzählte mir, er sei in Syrien ein Menschenhändler und Zuhälter gewesen – von der schlimmsten Sorte. Dann soll ihm Christus im Traum erschienen sein, ähnlich wie Saulus (der danach bekanntlich der Apostel Paulus wurde). Obwohl er vorher nie etwas von der Existenz der Bibel gewusst haben soll und somit auch nicht die Geschichte Christi kennen könne. Durch diese Läuterung bewegt, änderte er sein ganzes Leben, was viele alte Freunde zu Feinden machte. Aus dem Grunde schien er nach Deutschland geflohen sein zu müssen. Für mich war es inspirierend, auch wenn solche Geschichten für viele Menschen unwirklich und vielleicht als geschickte PR ausgelegt werden.

„Moderner Mönch“

Eine kurzweilige Begegnung (von sehr vielen) am Markt, wo ich für die Gemüsegärtnerei Neiteler gearbeitet habe, hat mich wirklich berührt. Ein stämmiger Mann, in grau gekleidet mit weiten Kleidern bestellte mit totaler Dankbarkeit und Sanftheit sein Gemüse. Für mich wirkte er wie ein moderner Mönch. Dazu trug er noch große Kopfhörer – ein ungewöhnliches Bild. Davon mal ab: Er berührte etwas tief in mir, so pathetisch das klingen mag, es war so. Diese Begegnung nährte mich noch den ganzen Tag. Und erinnert mich gerade daran, wie viele Menschen ich am Markt getroffen habe und wie wertvoll dieser Nebenjob allgemein für mich war – zum meinem Abschied schrieb ich sogar einen Slam-Text über den Dommarkt. Der ist allerdings nur für Marktbeschicker verständlich, weshalb es ein privates Geschenk an die Mitarbeitenden und den Chef des Standes bleiben soll.

Die Furcht vor der Freiheit (Erich Fromm, 1941)

Eindringliche Zeilen eines präzisen Sozialpsychologen, der aufzeigt, wie sadistische und masochistische Grundtendenzen im Menschen ihre Auswüchse in der Gesellschaft zeigen. So findet Fromm auch eine unerwartete Antwort darauf, warum der faschistische Nationalsozialismus unter Hitler möglich gewesen ist – nicht nur wegen geschichtlicher Hintergründe und wirtschaftlicher Depression. Schon Anfang der 40er Jahre schrieb Fromm über die reizüberflutete, materialistisch überprägte Gesellschaft, die ihre Fähigkeit zu Spontanität, aufrichtigem Streben nach Glück und Naturbezug immer weiter verliert. Für mich eine Offenbarung, wenn auch streng verkopft und weit ausgeholt an einigen Stellen.

Momentan lese ich übrigens „Haben oder Sein“ aus den 70ern. Nur, um mich in jedem Punkt der Analyse auf der Seite des Seins wieder zu finden 😉

Höhenaktivisti

Ganz nach dem Vorbild der Menschen im Hambacher Forst, sind einige Aktivisti für Frieden und Mitwelterhaltung fähig, Aktionen in höheren Bereichen als 2,50 m über dem Boden durchzuziehen. Die Zahl ist deshalb so magisch, da die normalen Polizisten ab dieser Höhe offiziell nicht mehr eingreifen dürfen und ein extra Kommando herbeigerufen werden muss.

Bei Rheinmetall entwaffnen, einer Aktion von contrAtom gegen Uranmüllexport und einer Aktion von Fossil-Free-Münster vor dem LWL gegen die gehaltenen RWE-Aktien, durfte ich das in Aktion beobachten. Nicht nur beeindruckend, inspirierend. Gewaltfreier ziviler Ungehorsam durch (lebensbedrohlichen) Einsatz der eigenen Körper!

Marshall Rosenberg – Gewaltfreie Kommunikation

Der Ansatz der gewaltfreien Kommunikation bewegte mich so stark, dass ich ihm einen eigenen Artikel widmete. Über die Wahr-Nehmung dessen was ist und gebraucht wird (Bedürfnisse) kommen wir auch näher an unsere Gefühle. Wir sind ganzheitliche Wesen, die alle die gleichen Bedürfnisse, aber unterschiedliche Strategien entwickelt haben, diese zu befriedigen. Auf dieser Basis können wir lernen einander zu bitten, anstatt voneinander zu fordern (oder zu manipulieren). Hört sich wie ferne utopische Zukunftsmusik an? Für mich ist es Inspiration pur!

Einfach Machen

Als Beispiel von vielen Einfach-Machens dieses Jahr, war mir eines der wertvollsten zu sehen, dass die Eltern meines Schlagzeugschülers ein eigenes Tiny House aus einem alten Zirkuswagen bauen. Und sie bauen diesen nicht nur „stupide“ aus, nein es werden nach Möglichkeit ökologische Ressourcen verwendet und fast alles selbst gebaut (selbst der Ofen!) – Klasse!


Nun reflektierte ich das Jahr 2019 vor dem Hintergrund inspirierender Begegnungen, Menschen und Projekte. Unter der vordergründigen Betrachtung politischer und gesellschaftlicher Phänomene hat sich der Redakteur und Student (Politik- Theater- und Medienwissenschaften) Nicolas Riedl für den Rubikon mit dem gesamten letzten Jahrzehnt auseinandergesetzt. Prädikat: Äußerst lesenswert! Eine Sternstunde eines aussagekräftigen Blogartikels.

Dieses für mich ziemlich überfrachtete, ereignisreiche (!) aber lehrreiche Jahr hatte natürlich auch seine Schattentage (schwer anlaufende Bachelorarbeit, plötzlicher Unfalltod meiner Patentante, fantastische Projektaussicht plötzlich eingestampft…) Gerade an dieser Stelle möchte ich meinen tiefen Dank für all die Motivation, Inspiration und Pioniergeister aussprechen, die daran erinnern, was wirklich (wichtig) ist. Diese verspürte ich beim Schreiben dieser Zeilen wieder stark in mir resonieren. Und umso länger ich über Inspiration nachsinne, je mehr erwähnenswerte Begegnungen fallen mir ein…so mag ich es jedoch ganz nach dem Motto mehr Fokus in mein Leben einzuladen bei dieser Auflistung belassen. Wer liest heutzutage noch lange Blogartikel? 😀

Einen angenehmen und inspirierenden Jahrzehntwechsel euch allen! Ich freue mich diesen fern ab jeglicher Sylvesterknallerei in der Natur verbringen zu dürfen.

#gehedeinenweg

PS: Der beste Beitrag zur Mitwelterhaltung: Einfach nicht böllern – spart Geld, belastenden Feinstaub und unnötige Verletzungsgefahr! Ou man, immer diese Oberlehrer 😉

PPS: Das Titelbild ist für mich übrigens reine Inspiration, da es ein Lebensprinzip des Universums darstellt. Kommst du darauf, welches gemeint sein mag?

Kategorien: Inspiration

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