Was kann mensch im normalen Supermarkt wirklich noch kaufen?! + zwei tolle Rezepte :)

Heute nahm ich mir seit längerem mal wieder Zeit zum Einkaufen in einem Rewe „Dein Kaufpark“. Ich behaupte mal ein normaler Supermarkt in der heutigen Zeit. Zugegebenermaßen war es eine Art Lusteinkauf. Genauso steckte eine gewisse Neugier in mir, was dieser Markt zu bieten hat. Zwei, Drei Dinge hatte ich im Kopf, die ich wirklich haben wollte. Für den Rest wollte ich mich einfach mal vom Angebot inspirieren lassen. Und so schlenderte ich einmal durch den kompletten Markt. Die Suche nach guten Lebensmitteln und Inspiration war ein ganz schönes Versteckspiel, Katz und Maus. Das inspirierte mich letztendlich diesen Artikel hier zu verfassen.

Ein normaler Supermarkt?!

Heutzutage ein bei uns normal gewordenes Einkaufsgeschäft für Lebensmittel und sonstige praktische Dinge: Ein Supermarkt. Bildquelle: https://pixabay.com/de/lebensmittelgeschäft-speicher-markt-388302/

Ab und an kaufe ich in normalen Supermärkten ein, obgleich ich Biomärkte und Wochenmärkte eindeutig bevorzuge. Da stellt sich mir direkt wieder die Frage, was heutzutage eigentlich normal ist (s. Ist das normal?).

Im Rewe, Edeka, Marktkauf (usw.) bin ich fast jedes mal wieder erstaunt, entsetzt und perplex ob der wenigen guten, nährstoffreichen, fair gehandelten und qualitativ hochwertigen Lebensmittel (und sonstiger Produkte) die angeboten werden. Hin und Hergerissen zwischen entspannten Gedanken á la „Das ist Teil der Zeit in der wir gerade leider leben, mache das beste daraus“ und dem Wunsch alle Menschen über dieses bescheidene Angebot aufklären zu wollen, was Anbieter uns da unterbreitet!

So danke ich aber wenigstens für das kaufbare Angebot. Denn es ist nach wie vor komfortabel und nicht selbstverständlich, die Möglichkeit zu haben im November in Westfalen Oliven aller Art, Schokolade und Nuss-Fruchtmischungen (uvm.) immer vorrätig kaufen zu können. Also danke für diese Möglichkeit, obgleich ich bezüglich „immer alles haben können“ lieber Abstriche machen würde, wenn ich dafür die Gewissheit hätte, die Schöpfung würde für Produktion, Verarbeitung und Transport nicht geschädigt. Weniger ist einfach mehr – auch in dieser Betrachtung. Mögen wir (als Gesellschaft) in Zukunft bewusster damit umgehen und dankbarer dafür sein.

Warum du vieles einfach liegen lassen solltest

Gesunde Lebensmittel und ungesunde Füllstoffe gegenübergestellt. Bildquelle: https://www.istockphoto.com/de/vektor/gesunde-und-ungesunde-lebensmittel-gm539683482-96252665 Alle Rechte vorbehalten.

Mehr als 90% des Angebotes aus diesem Supermarkt sind für mich unkaufbar – ähnliches gilt für andere normale Supermärkte. Viele Gründe spielen eine Rolle dafür. Entweder, weil es schlicht Fleisch, Fisch, billige Milcherzeugnisse oder Nicht-Bio-Eier enthält. Oder weil es mit unnötigen Zusätzen versehen ist (z.B. E-951 – Aspartam – ein künstliches Süßungsmittel), mit raffinierten Salzen und Zuckern verarbeitet ist, aus unfairen Arbeitsverhältnissen kommt, aus überzüchtetem Weizen ist und so weiter und so fort – einfach schädlich für Gesundheit, Mitwelt und die Tiere und Arbeitnehmer in der Produktion. Traurig, dass sich diese Liste noch lange weiterführen ließe.

Die scheinbare Fülle und „Vielfalt“ der vielen in Einmalverpackungen eingeschweißten Füllstoffe (denn Lebensmittel kann ich das einfach nicht nennen – danke Andreas Popp für diese Unterscheidung) ist reine Illusion, wenn ihr mich fragt. So viel Zeugs braucht kein mensch. Ein vernünftiger Supermarkt ist nicht riesig, sondern bietet dir die 200-300 Dinge, die es wirklich braucht. Es lohnt sich, dessen einfach vor dem Einkauf bewusst zu machen – was brauche ich wirklich? So sortieren sich bereits von selbst die 70-80% unnötiges Zeug aus, die ich am liebsten aus dem Sortiment nehmen würde!

Der „homo oeconomicus“ kann das Angebot ändern

Quelle: http://www.alttrifftneu.de/konsum-ist-macht-deine-macht-zu-veraendern/ Alle Rechte vorbehalten.

Wir selbst haben es in der Hand, was wir durch unseren Kauf unterstützen. So merke ich, dass seit etwa 5 Jahren (seitdem ich bewusster darauf achte, was ich einkaufe) der Anteil an veganen Produkten deutlich zunimmt – kein Zufall. Es ist Trend, viele Menschen fragen nach, also wird geliefert. Ob du und ich das jetzt toll finden, dass es aus einem Trend heraus geschieht und eventuell weniger aus tiefer Überzeugung soll uns erstmal nicht jucken. Es ist ein kleiner weiterer Schritt. Unglücklicherweise bedeutet vegan nicht bio, ohne Zusatzstoffe und weiteres – doch oft werden diese Belange im veganen Zusammenhang eher berücksichtigt.

Nicht nur konsumieren, selbst aktiv werden

Natürlich ist das non plus ultra, wenn wir wieder mehr selbst anbauen würden. Uns mit der uns umgebenden Mitwelt vertrauter machten, mehr Wildkräuter in unseren Speiseplan integrieren, mit Nachbarn mehr tauschen, sprechen und teilen würden. Ja, das ist natürlich immer sehr feierlich, doch gerade (ich denke bei den meisten, die das hier lesen) leider nicht mehr so verbreitet – also sind wir nach wie vor auf den Einkauf angewiesen, sogar die meisten Menschen, die versuchen sich selbst zu versorgen – und so werden auch die Selbstversorger es vermutlich weiterhin sein. Die Frage ist, von wem wir durch Austausch oder Schenkung zu welchen Konditionen Lebensmittel (usw.) erhalten.

Wir sollten es uns wert sein

Was kann mensch nun also noch im normalen Supermarkt sinnvolles erwerben?

  • Frisches Obst und Gemüse (Regional, Bio oder selbst angebaut ist dahingehend natürlich dem konventionellem zu bevorzugen)
  • Eingelegtes oder Fermentiertes (z.B. milchsauer vergorenes Sauerkraut)
  • Vollkornbrot (z.B. Emsland Vollkornbrot aus Roggen mit natürlichen Zutaten, 500 g für 0,99 €)
  • grundsätzliche Lebensmittel (bio und/oder regional) wie Kartoffeln, Reis und Linsen
  • Bio-Eier und auch (in geringen Mengen) Bio-Käse (bitte bei tierischen Produkten nie konventionelles kaufen!)
  • Knabbereien & Energielieferanten wie Zartbitterschokolade, Nüsse oder Trockenfrüchte
  • Ein paar vegane Köstlichkeiten wie Hummus (selber herstellen macht mehr Freude, ist günstiger und schmeckt besser)
  • Fair-trade Schokolade, Tee oder Kaffee
  • Gewürze

Bitte seit euch nicht zu schade und investiert lieber in euch selbst, in eure Zukunft und eure Gesundheit. Genauso achtet bitte auf eine verträgliche Herkunft der Lebensmitteln, die ja schließlich auch den Anbietern leben vermitteln sollen. Ich weiß, gerade dieser Bereich ist heiß diskutiert. Oft höre ich in Gesprächen zu diesem Thema von Bio-Skandalen, von der Verwässerung des ursprünglichen „Bio-Siegels“ durch die EU-Bio-Norm und Sätze wie „Was kann man denn dann noch essen?“.

Meine Antwort: Lasst euch nicht verrückt machen, aber seit es euch doch bitte wert. Investiert Zeit ins recherchieren nach gesunden Lebensmitteln und gemeinwohlorientierten Unternehmen und kauft diese/bei diesen gezielt ein. Investiert mehr Geld in gute Lebensmittel und baut gerne selbst etwas an (selbst auf dem Fensterbrett lassen sich Kräuter ziehen). Probiert euch aus! Dann stellst du fest, du kannst immer noch vielfältig essen (vielleicht sogar noch vielfältiger) und es macht mehr Freude!

Um genau dieses Ausprobieren noch einmal anzuregen, stelle ich hier noch zwei (megagesunde) Rezepte rein, die ihr möglicherweise bereits kennt. Viel Freude damit. Geist und Körper werden es euch danken 🙂


Goldene Milch

Quelle: www.marazarges.com Alle Rechte vorbehalten.

Mein ganz einfaches Rezept für 500 ml (2 Portionen):

  • 500 ml Pflanzendrink (z.B. Haferdrink)
  • 1 TL Kurkumapulver (oder etwas mehr frischer Kurkuma fein geschnitten)
  • 5-8 Scheiben frischen Ingwer (je nachdem wie dick die Knolle ist)
  • 1/2 TL Ceylon-Zimt (bitte nicht den günstigen Cassia-Zimt)
  • 2-3 Kardamonfrüchte (vorher die Samen etwas stößeln)

Erhitze zunächst den Pflanzendrink bis er kurz vor dem kochen steht und gib dann die Gewürze hinzu. Lasse alles auf sehr niedriger Stufe etwa 10 Minuten in dieser „vor dem Köcheln“ Stufe ziehen. Später kannst du durch ein Sieb hindurch die Portion abseien, die dir beliebt. Der Rest darf immer noch weiter ziehen (wird oft noch besser und kräftiger im Geschmack).

Im Internet gibt es viele weitere Anleitungen zu diesem alten ayurvedischem Rezept. Meine Version ist sehr einfach – so mag ich es gerne. Wer mal richtig abgefahrene goldene Milch ausprobieren mag, möge sich mal Marlons Vorschlag auf Raw Future ansehen.

Meister Tonikum

Der Rest meines jetzigen Meistertonikums mit den wichtigen Grundzutaten Ingwer, Kurkuma und Zwiebel (von links). (Eigene Aufnahme)

Ein wunderbares grundsätzliches „Heilmittel“ (ja liebe Pharma, ich weiß, ich darf es nicht als solches benennen :D), dass ich seit etwa zwei Jahren regelmäßig herstelle. Täglich einen Esslöffel davon (vor dem Runterschlucken ordentlich gurgeln) ist eine wirklich sinnvolle (Nahrungs-)Ergänzung. Bei Krankheit gerne auch drei Esslöffel auf den Tag verteilt einnehmen.

Was brauchst du?

  • 700 ml Apfel Essig (nur Bio)
  • 1/4 Tasse fein gehackten Knoblauch
  • 1/4 Tasse fein gehackte Zwiebeln
  • 1/4 Tasse fein geriebener Ingwer
  • 2 frische Pepperoni (richtig scharf!)
  • 2 EL geriebener Meerettich (oder Pulver)
  • 2 EL Kurkuma (oder Pulver)

Auch dies ist ein altes bewährtes Rezept, ein wirksames Hausmittel. Und die Herstellung ist auch hier denkbar einfach. Du nimmst dir einfach Zeit die „heiligen drei Knollen“ Knoblauch, Zwiebeln und Ingwer richtig schön fein zu schnibbeln oder zu reiben, bis die gewünschte Menge zusammen kommt. Genauso die Pepperoni – bitte achtsam verarbeiten, nicht mit den Fingern in die Augen gehen! – den Meerettich und das Kurkuma verarbeiten. Alle Zutaten zusammen geben (ich mache es immer in zwei 500 ml Gläser) und mindestens 3 Wochen ziehen lassen. Täglich schütteln, damit sich alles besser miteinander vermischt. Am Ende kannst du das Grobe abseihen und aufbewahren. Ich nutze es gerne in kleinen Mengen in meinen Salaten oder als Zugabe für (etwas schärfere) Saucen. Fertig ist dein Meister Tonikum (die übrig gebliebene Flüssigkeit). Wohl bekomme es!


Wir haben es selbst in der Hand

Trotz all der unnützen Dinge, die wir kaufen können, sind wir selbst hinterher für uns verantwortlich. Mir macht es Freude das in mein Leben geholt zu haben und ich sehe täglich, wie viel mehr Energie, Kreativität und positiven Lebenswillen ich auch aus einer gesunden Ernährung hole. Und hey, für mich war das Meister-Tonikum-Rezept damals ein Anreiz, herauszufinden, wo ich frischen Kurkuma herbekomme. Der Bio-Supermarkt konnte weiterhelfen.

In diesem Sinne wünsche ich dir gerade in dieser Jahreszeit bewusste (Kauf-)Entscheidungen.

Frieden sei mit dir

björn

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